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“Rehragout”: Interview mit Lisa Graf-Riemann

Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut! Letztes Jahr erschien “Hirschgulasch” von Lisa Graf-Riemann und Ottmar Neuburger – der wahrscheinlich spannendste Krimi, den ich je gelesen habe. Selten habe ich so mitgefiebert! Insofern ist es nicht verwunderlich, dass ich das Erscheinen des Nachfolgebandes kaum erwarten konnte. Endlich war er da, ich habe ihn gelesen … und die Euphorie blieb aus. Darüber war ich selbst ein bisschen verwundert, denn das Buch ist keineswegs schlecht.

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Die Eisprinzessin und ihre Freunde

“Eisprinzessin” von Lisa Graf-Riemann

Die Eisprinzessin und ihre Freunde

Die Eisprinzessin und ihre Freunde

Endlich wieder* hat Lisa Graf-Riemann einen Krimi geschrieben, den dritten um Hauptkommissar Stefan Meißner aus Ingolstadt. Es ist ein Regionalkrimi (Oberbayern), aber das ist für mich als Ingolstadt-Nichtkennerin nebensächlich. Andere werden die Straßennamen wissend lächeln wiedererkennen, das ist ein schöner Bonus, den ich aber keineswegs brauche: Die Geschichte an sich ist es ja, worauf es ankommt, und die ließ mich das Buch nur widerwillig aus der Hand legen. Aus erziehungstechnischen Gründen darf ich beim Essen nicht lesen. Selber schuld.

Ab und zu fielen mir im Text kleine Unstimmigkeiten auf, z. B. wenn es nach Fleisch und Zwiebelringen riechen soll und ich mich fragte, ob man die Schnittweise der Zwiebeln wohl riechen kann.** Für den Lesegenuss spielt das aber keine Rolle, denn keine Unstimmigkeit verdirbt mir diese weiterlesfreundliche Lektüre. Das Buch ist so frisch erschienen, dass die Druckerschwärze quasi noch feucht ist. Dementsprechend aktuell ist die Anspielung auf die Pferdefleischlasagne.

Das Innenleben der agierenden Personen ist überzeugend und authentisch beschrieben; sensationell ist die Darstellung von Moritz Eberl unter Drogeneinfluss. Da fragt man sich doch glatt, ob Frau G.-R. das selbst ausprobiert hat. Lieber verbuche ich die Szene aber als schriftstellerische Meisterleistung.

Insgesamt ein flüssiger, cleverer und spannender Krimi, dem man auch dann mühelos folgen kann, wenn man die ersten beiden Bände nicht kennt. Lesen sollte man sie dennoch. Zur Erinnerung: Sie heißen „Eine schöne Leich“ und „Donaugrab“. Dazu empfehle ich „Hirschgulasch“, das Lisa Graf-Riemann gemeinsam mit Ottmar Neuburger geschrieben hat. Furios!

*Man kann wirklich nicht sagen, dass die Autorin beim Schreiben trödelt! Ich warte aber so ungern, deshalb wird mir die Zeit so lang …

**Vielleicht ist das ja auch so ein Regionalding, dass man in Ingolstadt halt weiß, wenn die Art von Fleisch gebraten wird, gibt es Zwiebelringe dazu.