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Oma lesen

“Oma war eine Seeräuberin” von Andrea Behnke

Miteinandergeschichten für Kita, Schule, Seniorenarbeit und Mehrgenerationenprojekte

Miteinandergeschichten, was für ein schönes Wort – so schön wie das Buch. Ein Buch für Alte und Junge und die dazwischen.
Kurze Geschichten, die danach vertieft werden können. Es gibt Anregungen für Kinder, für Senioren und für alle gemeinsam. Ab und zu wird das Ganze mit einem passendes Lied, Gedicht oder gar Märchen abgerundet. Mit den Kindern wird die Geschichte besprochen und eventuell weiterentwickelt, mit den Seniorinnen und Senioren ihr eigener Bezug zur Geschichte hergestellt. Durch die gemeinsamen Aktivitäten von Jungen und Alten bleibt niemand außen vor.

Die Geschichten behandeln „typische“ Senioren-Themen, sei es, dass die Vorlese-Oma ins Krankenhaus kommt, dass Opa in Erinnerungen schwelgt, als er den Kinder beim Fußballspielen zuschaut oder dass Opa gestorben ist. Irgendwie ist Opa aber doch noch da. Und Frau Weber kann zwar nicht mehr laufen, aber durchaus noch schaukeln.
Die kurzen Erzählungen sind so geschrieben, dass Kinder sehr gut verstehen können, worum es geht und wie das Kind sich fühlt – aber auch die Gefühle der alten Menschen erlebt man hautnah mit. Ich habe bei manchen Geschichten Schwierigkeiten, sie den Kindern vorzulesen, weil ich selbst weinen muss – obwohl das Ende immer wunderbar versöhnlich ist und es immer eine Lösung gibt. Ich weine halt sehr leicht.

Dieses Buch ist perfekt für alle Eltern, die ihren Kindern Schwerverständliches wie das Altern oder den Tod begreifbar machen wollen. Ich habe zwar keine Erfahrung mit Seniorenarbeit, kann mir aber sehr gut vorstellen, dass man viele alte Menschen mit diesen Geschichten aus der Reserve lockt. Und dass Jung und Alt mit dem Buch gemeinsam Spaß haben können, ist unbestritten.

Heimat – ein großes Wort (Blogparade)

Mein momentanes Zuhause liegt hier – aber ist es auch meine Heimat? Ich bin der wunderbaren Blogparadenfrage von Katja Wenk nachgegangen und habe mir darüber Gedanken gemacht, was Heimat für mich bedeutet.
Wie ich hier bereits erzählt habe, bin ich häufig umgezogen seit ich 17 war, habe längere Zeit im Ausland gelebt und verbrachte nur in zwei Fällen ganze vier Jahre an einem Ort. Mein erster Gedanke war: Heimat ist da, wo meine Familie ist. Klar, mit meinem Mann und meinen Kindern kann ich überall glücklich sein. Aber ob das dann Heimat ist?

Und was war denn, bevor sie mein Leben auf den Kopf stellten?

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Zutaten für einen gelungenen Urlaub

“Ist das jetzt der Urlaub?” von Christine Hutterer

Zutaten für einen gelungenen Urlaub

Zutaten für einen gelungenen Urlaub

Was ich besonders an Reiseberichten schätze, ist die Tatsache, dass ich die Reisen nicht selbst machen muss und trotzdem einen tollen Einblick in eine mir vollkommen unbekannte Gegend bekomme. Dieses wunderbare Buch ist aber viel mehr als nur ein Reisebericht.

Eine Familie möchte für 4 Wochen verreisen. Der Urlaub soll Bewegung beinhalten und trotzdem mit zwei kleinen Kindern zu bewältigen sein. Die Wahl fällt nach vielem Hin und Her und diversen Telefonaten auf Korsika. Dort kann man wandern – in Begleitung eines Esels, der Teile des Gepäcks und die Tochter (3) trägt. Ein Elternteil trägt den Rest des Gepäcks, der andere den Jungen (knapp 1). Minutiös plant Christine die Reise, wiegt jedes Kleidungsstück ab und erstellt Listen. Um jede Unterhose, die mitdarf, wird gefeilscht (und eventuell ein bisschen geschummelt).

Als die Wanderung losgeht, muss sich die Perfektionistin mit vollkommen unvorhergesehenen Problemen herumschlagen: Blasen an den Füßen trotz eingelaufener Wanderstiefel, ein verdorbener Magen, ein Esel, der fremde Menschen schubst oder schlicht und ergreifend schlechte Laune. Wunderbar ehrlich beschreibt Christine ihre eigenen inneren Konflikte, ohne sentimental oder rechthaberisch zu werden. Man kann förmlich dabei zusehen, wie die Familie an diesem Abenteuer wächst. Am Ende wird sogar noch ein Umweg eingelegt, um den Abschied vom Esel so lang wie möglich herauszuzögern.

Zahlreiche Fotos sorgen dafür, dass man sich das Beschriebene wunderbar vorstellen kann.

Die Route ist im Buch dargestellt und Interessierte finden wichtige Tipps, wenn sie die Reise “nachmachen” möchten. Ich beschränke mich aufs Lesen, leide mit, wenn der nächste Bankautomat Kilometer entfernt ist, und freue mich mit, wenn ein erfrischendes Flussbad auf dem Plan steht.

Vielen Dank für dieses wunderbare Buch, Christine! Unbedingte Leseempfehlung! Zum Buchblog geht es hier entlang.