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Holzarbeiten Teil I

Eigentlich sollte die Renovierung schon vor Jahren passieren. EU-Gelder waren genehmigt, alles war prima. Passiert sind dann diverse andere (nicht so primae) Dinge, da musste das Haus warten. Die EU-Gelder gibt es nicht mehr.

Als Zimmermann Martin vor einigen Monaten wiederkommt, um ein neues Angebot zu erstellen, sieht er mit geradezu zufriedenem Entsetzen, wie viel weiter das Holz inzwischen verrottet ist. („Genau das sag ich den Leuten immer: Das gammelt wie verrückt!“)
Das Holz nämlich – das Fachwerk der Westseite, die älteste Wand vom Haus. Nun ist es so weit, die Wand wird renoviert.

Fachwerkhaus

Fachwerkwand mit zwei kleinen Männern – so nennt man das Muster

Gestern dann – die Zimmermänner kommen, um mein Haus kaputt zu machen. „Nein, heil!“, sagt Lukas, aber dann steht er mit Gerrit vor der Fachwerkwand und sie bohren im morschen Holz rum, dass es nur so rieselt und mir ganz elendig zumute wird. Das Haus zuckt nicht mal.

kaputtes Fachwerk

Bröselholz

Eckpfosten kaputt

Kaputte Ecke

Sie fangen auch noch gar nicht an, sie messen erst mal noch und freuen sich, dass das alles Eiche ist und nicht Lärche oder Kiefer, nein, Eiche! „Damit kann man toll arbeiten.“ Aha. Ich denke einstweilen darüber nach, was man aus den nicht-morschen Reststücken der Balken bauen könnte. Bänke und einen Tisch für den Garten, zum Beispiel. Mal sehen.

Ob sie die Maschinen im Haus werden lagern dürfen, werde ich gefragt. Ja, logisch, am besten im Eingang hier. Skeptischer Blick. Nanu? Ach so. „Ich bin eigentlich nicht so ordentlich, ich hatte nur gerade Gäste. Ihr könnt hier ruhig alles vollstellen.“

Wie erkennt man eigentlich nur durchs Hingucken, dass das Eiche ist? Für mich ist das alles … Holz. Also rein optisch jetzt.

Martin, der Chef, ist übrigens krank. Erkältet, heißt es. Hallo, ich denke, der ist Zimmermann? Immer nur draußen, abgehärtet und so? Nein? Nicht mal auf die eigenen Vorurteile ist mehr Verlass.

Donnerstag. Das Notdach soll gebaut werden, quasi ein Anbau, unter dem dann gearbeitet wird. „Moin, ich bin Hans.“ – „Ich bin Gesa.“ – „Jo, hab schon gehört. Sonst weiß ich aber nichts über dich. Lukas hat gesagt: ‚Fahr mal hin, siehste dann schon.‘“

Alles klar. Es nieselt ununterbrochen. Als es richtig zu regnen anfängt, sehe ich draußen mal nach dem Rechten. Die Folie ist angebracht, ich habe jetzt ein Partyzelt am Haus – nicht schlecht, eigentlich. Gefällt mir. Gartenparty, anyone?

Partyzelt

Partyzelt

„Wollte mal sehen, wie ihr klarkommt.“
„JETZT ERST?? Wir sind fertig.“
Na, dann war das doch ganz gut vom Timing her.

Mittelgut vom Timing her ist natürlich der angekündigte Sturm.