Schlagwort-Archiv: briefe

Kriegskinder-Cover

Texttreff-Blogwichteln 2014

Jedes Jahr veranstaltet der Texttreff das Blogwichteln: Jede Textine, die mitmachen möchte, wirft ihr Blog in einen Lostopf und schreibt für eine andere. Dieses Jahr schreibt meine Kollegin Sandra Schindler für mich. Ein lustiger Zufall, denn auch sie beschäftigt sich mit alten Briefen.  Aber lassen wir sie selbst zu Wort kommen:

Hallo, mein Name ist Sandra Schindler, ich bin, wie Gesa, Lektorin – und habe das große Vergnügen, sie dieses Jahr im Rahmen der Texttreff-Wichtelaktion mit einem Blogbeitrag beschenken zu dürfen.

Als ich Gesa kennenlernte und einige „ihrer“ Briefe las, bearbeitete ich selbst gerade ein rührendes Zeitdokument: „Kriegskinder: Erinnerungen aus der Verwandtschaft von Joachim Schepke“ von Hans-Otto Farfsing.

Zum Inhalt des Buchs: Hans-Otto Farfsing hatte während des Zweiten Weltkriegs ein ganz gewöhnliches Schicksal. Er war nicht Mitglied der Weißen Rose, er hinterfragte nichts, sondern er folgte, wie so viele andere auch. Gerade dieser blinde Gehorsam und die Erklärungsversuche für das damalige Verhalten Jahrzehnte nach Ende des Hitlerregimes machen das Buch so authentisch.

Kriegskinder-Cover

Der zweite Teil des Buchs besteht aus einer Sammlung von Briefen aus der damaligen Zeit: Eine Mutter versucht den Kontakt mit ihrem Mann zu halten, während sie mit ihren Kindern an wechselnde Orte flüchten muss. Währenddessen bleibt der Mann in Ludwigshafen, dem alten Wohnort, und muss mit ansehen, wie alles, was er erreicht hat, immer wieder wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Die Trennung von der Familie, der ganze Schmerz, das Elend des Krieges, aber auch die kleinen Freuden des Lebens (wenn z. B. ein Brief sehnlichst erwartet und zum größten Geschenk wird, weil man den Sender bereits tot geglaubt hat), all das schildern die Farfsings, Verwandte des berühmten U-Boot-Kapitäns Joachim Schepke, in ihren lesenswerten Memoiren.

Ich habe mir mit der Erlaubnis der Farfsings einen Brief ausgesucht, der die damalige Lage ganz gut beschreibt. Es handelt sich um einen Weihnachtsbrief, den die auf das Land geflüchtete Frau ihrem Mann am Abend vor Weihnachten schreibt.

Dazu Tochter Hildegard Farfsing etliche Jahrzehnte später: „Dann kamen die traurigsten Weihnachtstage, die ich je erlebt habe. Bei wildfremden Menschen, die uns nicht mochten, ohne unseren Vater, von dem wir Kinder nur wenig wussten. Ob es Weihnachtsgeschenke gab und was es zur letzten Kriegsweihnacht zu essen gab, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Nur was aus den Briefen unserer Mutter hervorgeht, zeigt, welche Mühe sie sich gab, um den Kindern die Weihnachtstage einigermaßen schön zu machen.“ (S. 171)

Und hier nun der Brief:

23.12.44
Mein lieber Fritz!
Am Christvorabend mit großer Sehnsucht Deiner gedenkend schreibe ich diese Zeilen. Wie im Vorjahr werden wir auch dieses Jahr das Weihnachtsfest ohne unseren lieben Vati verbringen müssen. Wie hart dies ist, läßt sich nicht sagen. Bis heute hoffte ich noch im Geheimen, daß Du doch noch kommen könntest, nun glaube ich nicht mehr daran. Ein Trost, wir sind nicht die Einzigen, welche unter dem Weihnachtsbaum ihres lieben Vatis draußen in der Fremde in Liebe gedenken.

Hoffen wir, die nächste Weihnacht im Frieden wieder gemeinsam verbringen zu dürfen. Die Kinder freuen sich ja so auf den Beschertag, obwohl alle drei wissen, daß das Christkind in diesem Jahr besonders arm ist. Dir, mein liebster Mann, kann ich nichts schenken als meine Liebe und Treue. Wenn Du vielleicht nach Weihnachten kommst, wirst Du noch Dein Gebäck bekommen, welches ich extra für Dich aufhebe. Mein Leckermäulchen von früher muß doch heute alles entbehren.

So Gott will, dürfen wir nach diesen harten Kriegsjahren auch noch eine Reihe glücklicher Jahre zusammen mit den Kindern verleben. Hildegard weinte sehr, als ich ihr vorlas, daß Du von einem Tiefflieger beschossen worden bist. Wo konntest Du so rasch Deckung nehmen? Sei vorsichtig. Wenn Du nicht kommst, heben wir unseren Christbaum bis zu Deinem Kommen auf? Ich stelle denselben auf den Speicher, da wir wohnlich jetzt sehr eingeschränkt sind, wie Du ja schon weißt. Hildegard und Horst kaufen mir gerade noch in Straßkirchen ein. Helmut ist unten bei seinen Freunden (den Schweizers). Die Kinder haben Ferien bis zum 8. Januar.

Gestern kam der Mann von Frau Meier (evakuiert aus Zweibrücken) schon seit sie hier ist zum zweiten Mal auf Urlaub. Ich bin ja so traurig, daß Du nicht kommst auf Weihnachten. Bei uns ist es jetzt kalt geworden. Seit 8 Tagen ist die Erde steinhart gefroren. Gottlob, daß der Matsch weg ist. Morgens sind unsere Fenster mit den schönsten Eisblumen bemalt. Die Phantasie unserer Kinder ist so groß, daß sie alles Mögliche in den Eisgebilden erblicken. Fast täglich überfliegen uns die Feindflieger, in Straubing fielen über hundert Bomben, meistens ins freie Feld. Hildegard und Helmut haben nicht die geringste Angst vor den Fliegern. Nur Horst und ich sind ängstlich. Ich nehme mich zusammen. Jetzt wo die vielen Flüchtlinge auf dem Lande leben, müßte doch etwas für den Luftschutz gesorgt sein, aber dies ist nicht der Fall. Am besten wär‘s hier im freien Felde. Bedauerlich, daß überhaupt kein Wald in der Nähe ist – nichts als Flachland. Auch keine Bäume rechts und links der Landstraßen. Ich wäre viel lieber im Bayerischen Wald. Wenn Du an Weihnachten bei Deinen Kameraden weilst, bist Du nicht allein, denn Deine Kinder und ich weilen im Geiste bei Dir. Stets auf ein baldiges Wiedersehen hoffend umarmt und küßt Dich Deine ganze Familie, insbesondere Deine Dich liebende Frau.

Zwar hat sich der Ort des Geschehens verlagert, doch ist die Problematik bedauerlicherweise immer noch hochaktuell. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine schöne, ruhige Weihnachtszeit und hoffe, dass jeder Einzelne in diesen Tagen an diejenigen Lebewesen denkt, denen es nicht so gut geht – und seinen Teil dazu beiträgt, das diesjährige Weihnachtsfest auf seine eigene Weise ein ganz klein wenig friedlicher zu gestalten.

Sandra Schindler
Diplom-Übersetzerin Sandra Schindler arbeitet hauptberuflich als Lektorin. Sie hat nicht nur Hans-Otto Farfsing bei der Verlagssuche unterstützt, sondern auch anderen Autoren geholfen, einen seriösen Verlag zu finden. Im Ehrenamt lektoriert sie das VEBU-Mitgliedermagazin natürlich vegetarisch. Sie fungiert außerdem für eine ihrer Kundinnen, die Autorin Sandra McKee, als Agentin, Marketingchefin und PR-Frau.
Sandra Schindler bloggt über Übersetzen, Sprache, Marketing, gesunde/vegane Ernährung und Ökologie.

Nanowrimo2

NaNoWriMo

6204 Wörter habe ich geschrieben. Und ja, ich habe geschummelt, ich habe schon vor dem 1.11. angefangen, obwohl der National Novel Writing Month erst an dem Tag begann. 50 000 Wörter sind in einem Monat zu schaffen. Ziemlich utopisch, wenn man nebenher arbeitet. Ich schaffe etwa 600 Wörter am Stück, wenn ich mich dransetze. Das mache ich aber bei weitem nicht jeden Tag.

Und nun? Im Grunde genommen ist es egal, ich habe nichts zu verlieren, aber ich gewinne die Einsicht, dass ich gut vorankommen kann. Über 10 % habe ich schon.

Wie immer in meinem Leben, wenn ich etwas schreiben musste, denke ich nach ein paar Zeilen, jetzt habe ich alles gesagt. Mehr muss nicht. Deshalb habe ich mich jetzt auf kurze Kapitel verlegt, die verschiedene Aspekte im Leben meiner Großmutter beleuchten. Momentan habe ich die Frauenschule in Malchow am Wickel. Wie war es dort, wie lange war sie da? Ich halte mich nicht allzu lang mit der Recherche auf, schreibe XX, wo noch ein Name eingefügt werden muss, markiere Textstellen gelb, die noch überprüft werden sollen. Hauptsache, es geht voran.

Mühsam, Eichhörnchen und so

Mühsam, Eichhörnchen und so

Heute ist übrigens der 11.11. und sowohl Gudrun als auch Andrea sind meinem Wunsch nach einem Gedicht nachgekommen. Andrea zog einen Ringelnatz vor, es sei Dir verziehen, Du bekommst trotzdem eine Seite geschickt.

Manches ändert sich allerdings nie

Recherchenostalige

Ich dachte ja, es wäre eine prima Idee, die Briefe einfach abzuschreiben und dann würde man schon sehen, was man daraus machen kann.

Die Idee erweist sich als mittelprima, weil die Briefe sich auf magische Weise verfünffacht haben – aber auch wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ihre Übermacht mich zur Strecke gebracht.

Immerhin weiß ich inzwischen, was man daraus machen kann und die ersten Seiten des Buchprojekts stehen bereits. Nun reicht es natürlich nicht, die (ohnehin rar gesäten) Fakten aus den Briefen zusammenzuklauben und in Buchform zu pressen, nein, Recherche ist gefragt. Ich lese, suche, sehe Filme und mache mir Notizen. Immer wieder finde ich unerwartete Verknüpfungspunkte.

Heute: “Der Hamburger Hafen 1938″ auf DVD, gefilmt von Kurt Lehfeldt. Lehfeldt war seinerzeit Konditor. In dem Café gab es – jedenfalls viele Jahre später – Mittagstisch. Dort hat mein Großvater (“Friedrich” aus den Briefen) gegessen. Und kein Trinkgeld gegeben. Denn wenn man jeden Tag dort fünfzig Pfennig Trinkgeld geben würde, wären das im Jahr über hundert Mark. Und das ginge ja nun wirklich zu weit.

Ja, mein Großvater. Von ihm stammt auch der Rat, sich an der Ampel nie zu dicht an das vordere Auto zu stellen, denn der könnte ja liegenbleiben. Wenn nun der Hintermann auch dicht an einem steht, kann man nicht wenden bzw. sich aus der Lücke quetschen.

Und ja, Lehfeldt. Mein Vater war natürlich früher auch immer bei Lehfeldt. Und manchmal, ganz, ganz manchmal, hat er uns Zuckermännchen mitgebracht. Die standen dann jahrelang im Setzkasten rum, bis sie so verblasst waren, dass ihr Anblick mehr erschreckte als erfreute. Dann habe ich sie entsorgt. Nein, nicht im Müll. Ich habe sie gegessen. Hart war das. Aber süß. Und wahrscheinlich etwas staubig.

Ihr seht: Die Recherche macht mich entsetzlich nostalgisch. Noch dazu fahre ich nachher in meine alte Heimat und gehe dortselbst zum Chinesen. Und erzähle meinen Kindern, dass ich dort früher immer 120 (Huhn mit Mandeln) gegessen habe, bis es Probleme mit dem Mandellieferanten gab und ich auf 119 (Huhn mit Cashewkernen) ausweichen musste. Könnte auch 121 sein. Ich weiß es nie so genau.

Die anderen interessiert das aber gar nicht, das sind nur meine Privaterinnerungen. Wenn ich es aufschreibe, wisst Ihr es trotzdem und ich kann mich anderen Dingen widmen. Zum Beispiel der Frage: Wie ist es, wenn alles anders kommt, als man sich das vorgestellt hat? Wie kommt die Erinnerung mit einem Krieg klar?

Zurück zu meiner Recherche. Ich habe herausgefunden, dass man 1931 in 98 Minuten von Hamburg-Bergedorf nach Berlin reisen konnte. Laut Wikipedia wurde dieser Rekord erst 1997 wieder erreicht. 1929 wollte Leni ihren Bruder Rudu in Berlin besuchen, da wird sie sich später geärgert haben, dass der Schienenzeppelin noch nicht fuhr!

Aber was rede ich, ich muss los. Es gibt Mittagstisch. Ich werde E essen. Und Leute von früher treffen.

Manches ändert sich allerdings nie

Manches ändert sich allerdings nie

Alles Briefe

Liebster Award vom Sprachpingel

Frau Sprachpingel hat mich für den Liebster Award nominiert. Der soll helfen, unbekannte Blogs bekannter zu machen. Die elf Fragen hat sie vorgegeben.

1. Ist dein Blog aus einer geplanten (strategischen) Entscheidung heraus entstanden oder eher spontan?

Ich hatte diesen Riesenhaufen Briefe und wusste, ich muss sie alle mal lesen und nach Möglichkeit abtippen. Das wusste ich schon seit Jahren, aber ich musste sie noch immer lesen und nach Möglichkeit abtippen. Irgendwann haben mir die guten Frauen vom Netzwerk Texttreff dazu geraten, die Briefe zu bloggen, denn damit würde ich sie a) abtippen und b) hätten auch sie was davon. Das Blog war also durchaus eine strategische Entscheidung.

2. Wie nah sind die Blog-Inhalte dem Thema, mit dem du dein Geld verdienst?

Ich verdiene mein Geld mit eigenen Texten und mit dem Herummäkeln an den Texten anderer Leute (Lektorat). Das Schreiben ist also durchaus mit meinem Beruf verknüpft. Inhaltlich gibt es aber wenig Verknüpfungspunkte.

3. Hast du über dein Blog schon Kunden gewonnen?

Ja, Kunden nämlich, für die ich jetzt Blogtexte schreibe.

4. Bloggst du mit eigenen Vorgaben (z. B. »mindestens ein Artikel pro Woche« oder »mindestens XY Zeichen pro Artikel«)?

Die Zeichen sind mir egal, ich schreibe so lange, bis mir nichts mehr einfällt (oder der Brief zu Ende ist). Ein Artikel pro Woche muss sein, denn ich bin ein Iron Buchblogger und somit zum wöchentlichen Schreiben verpflichtet, sonst muss ich Strafe zahlen. Seit über einem Jahr halte ich das eisern durch.

5. Hast du noch weitere Blogs außer dem, mit dem ich dich hier nominiert habe?

Nein, aber ich blogge auch für den VFLL.

6. Mal unabhängig von Marketing- oder sonstigen geschäftlichen Aspekten: Was bedeutet dir dein Blog persönlich?

Ursprünglich eine Form des Selbst-in-den-Arsch-Tretens, ist mein Blog nun zu einem geliebten Kind herangereift. Ich bekomme auch viel positives Feedback, das ist natürlich gut fürs Ego.

7. Reale oder fiktive Person, tot oder lebendig – spielt alles keine Rolle: Wen würdest du gern mal als Gastautor/-in in deinem Blog schreiben lassen – und worüber?

Die meisten wissen, dass ich aus den Großmutterbriefen einen Roman machen möchte. Da kommen natürlich viele Fragen zu den Hintergründen auf, denn die Briefe setzen einiges an Wissen voraus. Wissen, dass ich nicht habe. Ich hätte also gern einen Beitrag meiner Großmutter oder ihres Vaters (Papa [hinten betont]), damit meine Fragen endlich geklärt werden können.

8. Gibt es Dinge, die du ohne dein Blog nicht erreicht oder erlebt hättest? Welche sind das?

Oh ja. Die Briefe würden noch immer irgendwo lagern und darauf warten, dass sie jemand liest. Ich hätte noch nicht mit dem Buch angefangen. Ich würde nicht für andere bloggen.

9. Wie wichtig sind dir Schreibstil und Rechtschreibung in deinem Blog?

Ich bin Lektorin. Rechtschreibung ist mir wichtig. Der Schreibstil findet mich von allein, an dem kann und will ich gar nichts ändern. Bei den Briefen bin ich natürlich vom Schreibstil der Verfasser abhängig, da würde ich aber auch niemals eingreifen.

10. Du darfst in der Neuauflage eines Filmklassikers mitspielen. Welchen Film und welche Rolle wählst du, und warum?

Ich möchte die Hauptrolle in der Verfilmung meines Buches. Filmklassiker braucht man nicht neu zu verfilmen.

11. Womit kann man dir IMMER eine Freude machen?

Ich bin leicht zu erfreuen. Ich freue mich über nette Worte und über jede Form der kulinarischen Zuwendung. Ich freue mich über Besuch von freundlichen Mitmenschen.

Rechnung (06.04.1947)

Ich widme mich jetzt wieder den Briefen meiner Großmutter, immer wieder lese ich mich fest, statt konstruktiv zu arbeiten. Aber das gehört wohl dazu – so merke ich ja auch selbst, was spannend ist und was nicht.
Wirklich spannend ist die folgende Rechnung. Meine Großmutter war damals starke Raucherin, der Tabak knapp und sie – ziemlich clever.

Kleine Aufregungen gibt es öfters und wie schön ist es dann, eine Zigarette zu haben und damit bin ich beim Carepaket. Ach Rudu, wie freue ich mich schon wieder auf das Paket und wie finde ich es süss von Dir, dass Du gleich nach Deiner Geldzuwendung wieder an uns gedacht hast, wo Du es doch selber so nötig brauchst. Ohne Giftnudeln bin ich ja soooo unglücklich, und ich mache mir oft bittere Vorwürfe deswegen, weil ich sie so viel nützlicher anwenden könnte, aber trotz aller Versuche werde ich immer wieder schwach. Aus 12 Zigaretten mache ich 18, d. h. ich lasse lange Stummel oder Kippen, drehe aus drei Kippen eine neue, das sind bei 12 Kippen 16 Zigaretten. Aus diesen vier Zigaretten sind eine zu drehen = 17 Zigaretten. Eine Kippe Rest und eine noch von den vorigen, kommt eine geliehene Kippe dazu, gibt 18 Zigaretten. So rechnen wir, Dir wird sicher ganz schwach bei dem Exempel, freu Dich, dass Du kein Raucher mehr bist und diese Nöte nicht kennst.

Habt Ihr alles verstanden? Könnte das mal jemand nachmachen und mir schicken?

MeckPomm

Zurück zum Alltag

Seit Mai hat sich viel getan in meinem Berufsalltag. Erst kam Mustafa und stellte alles ein bisschen auf den Kopf, den Rest erledigten meine Kinder in den Sommerferien. Seit dieser Woche sollte alles wieder seinen gewohnten Gang gehen, aber ich finde mich nicht so recht hinein.

Beruflich hat sich einiges verändert, ich lektoriere weniger und schreibe mehr, was mich sehr freut. Nun habe ich auch wieder Zeit für mein Buchprojekt. Das mit den Briefen. Ich habe das Konzept im Kopf, schwimme noch etwas ob der Verwirklichung und vor allen Dingen merke ich, dass es mich sehr viel mehr Kraft kosten wird, als ich gedacht hätte.

Außerdem muss ich dringend wieder zu dem Gut meiner Großmutter fahren, dahin, wo sich im Krieg alles abgespielt hat. Der Kurztrip im Januar hat mir viel gebracht. Die Kinder fragen auch schon, wann wir endlich mal wieder hinfahren. Dabei fanden sie den Wald doch so unheimlich!

Vielleicht statt Buchmesse? Hübscher ist es da ja, vor allem trifft man aber viel weniger Leute. Ist das jetzt gut oder schlecht?

06.01.1947: Die ganze Scheidung dauerte kaum eine Woche. (Friedrich)

 Ein Brief von Friedrich, Lenis Mann, an seinen Schwager Rudolf, der in Guatemala wohnt – und folglich wenig Vorstellung hat, was das Nachkriegsleben kostet. So erfahren wir interessante Details. Der Brief ist handschriftlich, ich habe den Durchschlag, der auf herausgerissenen Heftseiten steht. Die Qualität ist sehr schlecht, daher fehlen mir ab und zu Wörter.

R. den 6.1.47. [handschriftlich Leni: bestätigt mit Brief vom 6.5.47]

Lieber Rudolf!

Dein Brief vom 17.12.46 kommt heute an. Ich möchte ihn gleich beantworten, denn verschieben ist nie gut. Hab zunächst einmal den herzlichsten Dank! Wir waren sehr traurig zu lesen, in welchen Schwierigkeiten Ihr Euch befindet. Geld haben wir genug, um zu kaufen, was es zu kaufen gibt, nicht genug, um die Menge zu kaufen, die es offiziell nicht zu kaufen gibt. Als Beispiele: 1 Pfund Kaffee RM 600.-, 1 Pfund Kuchen RM 85.-, 1 Pfund Mehl Rm 30.-, 1 Zigarette RM 5.- etc. Sollten es Deine Finanzen und die Post erlauben, wären wir Dir sehr dankbar, wenn Du gelegentlich etwas Kaffee direkt schicken würdest. Neuerdings sind auch für uns zwei beträchtliche Ereignisse eingetreten. 1) ist der Winter sehr schwer. Wir leben jetzt schon die zweite Kältewelle mit ca. 15° Kälte. Brennmaterial bekommen wir 2 Ztr. quietschnasses Holz im Monat. Das reicht für 2 Tage. Den Rest zu verschaffen, ist unserer „Initiative“ oder unserem Geldbeutel überlassen.

2) Durch die Bürgerschaftswahl vom Okt. 46 wurde Dr. Bucerius II als Bausenator durch einen SPD-Senat ersetzt. Ich möchte als seine rechte Hand ebenfalls zurücktreten. Ich habe diesen Schritt rechtzeitig freiwillig getan. Anschließend war ich mehrere Wochen verreist. U. a. besuchte ich auch Albrechts erste Frau in Murnau. Sie wohnt mit ihrer Schwester im Hause ihres Vaters, der im Ausland ist. Albrechts Sohn fand ich in bester Verfassung vor. Auch besuchte ich Mali, die einen Kunstgewerbeladen in Murnau betreibt. Sie hat vor, bald in die Schweiz zu fahren.

Du fragst nach Albrechts Schwager. [Als] wir in N. lebten und Albrecht in B.hat er uns manche Schwierigkeiten gemacht. Insbesondere war in der Zeit vielfach nicht angenehm, in der Albrechts erste Frau das Fortshaus von N. erbaute. Insgesamt waren das viele Monate. Sie hatte eine recht großzügige Art zu wirtschaften und saß ständig vor dem Rest. Albrecht hat ihr das Leben oft nicht leicht gemacht. Als Albrecht im Frühjahr 1946 Nina v. B. kennenlernte, ließ er sich ohne viel Vorbereitung von heute auf morgen scheiden. Die ganze Scheidung dauerte kaum eine Woche. Kaum 1 ½ Monate später wurde Nina geheiratet, die die Richtige zu sein scheint. Sie ist 22 Jahre alt, niedlich und weiß, was sie will. Beide wohnen am M’weg in Hbg. Wir sehen uns ganz oft und kommen gut miteinander aus.

Von Achim hörte ich nichts. Hertha schrieb auch vor Wochen daß Achim einen Brief begonnen habe. Die Angelegenheit N. ist von großer Wichtigkeit, weil bei Verzögerung ein Kahlschlag zu befürchten ist. Die Russen unterstützen uns mit Holz. [D.h. es gibt Holzlieferungen aus dem Osten, denen der Wald um N. leicht zum Opfer fallen könnte.]

Ob Neger Albrechts Schwiegereltern abgeraten hat, die Ehe zu billigen, weiß ich nicht mit Sicherheit. Es ist jedoch möglich, da sich Neger nicht sehr begeistert äußerte. Albrecht und Neger sehen sich selten. Die Freundschaft scheint nicht sehr eng zu sein.

Du fragst nach meinem Flügel. Nachdem dieser etwa 1 Jahr beschlagnahmt war, konnte ich ihn mir wieder verschaffen. Hier im Haus kann ich ihn bis jetzt noch stellen. Bei Einweisung weiterer Flüchtlinge weiß ich nicht wohin damit. Zum Spielen ist es zur Zeit zu kalt. Als Leni mich im Oktober 45 in N. besuchte, wohnten wir eine Nacht bei den alten Sch. in Güstrow. Sie hatten eine andere gute Wohnung. Auch war er als Anwalt wieder zugelassen. Es ging ihnen damals nicht schlecht. Seitdem habe ich nichts mehr gehört.

Über meine beruflichen Pläne schreibe ich nächstens. Es ist jetzt derart kalt und die Verkehrsmittel derart schlecht und unzuverlässig, daß ich in R. bleibe. Abgesehen davon  daß die Züge reihenweise ausfallen, [unleserlich]

Eben hörte ich eine Rede des Hbg. Bürgermeisters Max Brauer, in der die ganze Hoffnungslosigkeit zum Ausdruck kam.

Wir denken viel an Dich und die Deinen, lieber Rudolf, und hoffen nur, daß Ihr und wir bald das Schlimmste überstanden haben. Einstweilen geht es noch abwärts. Hab auch vielen Dank für Deine Mühe, uns ein Paket durch Klaus zukommen zu lassen.

Herzlichst Dein Friedrich.

Grüß Ingrid von mir sehr herzlich.

Und nun wissen wir auch, wie es mit dem Flügel weiterging. :) 

Krimis

17.12.1946: Geheimnisvolle Nachrichten über Ehen (Rudu)

Zunächst einmal: Die Mäh-Verlosung endete am Montag, heute ist Freitag. Ich weiß das, aber die Woche nahm keine Rücksicht auf mich. Gewonnen hat jedenfalls Eva Christian, die sehr korrekt sechs Schafe zählte. Eins sieht man nur von hinten. 

Krimis

Krimis

Heute verlose ich ein Krimipaket. Darin enthalten sind vier Krimis, allesamt Rezensionsexemplare, die einmal von mir gelesen wurden. Wer das haben möchte, beantwortet mir bitte hier oder auf Facebook oder auf Twitter oder von mir aus auch per Brieftaube die Gewinnfrage, und das bitte bis nächsten Dienstag um 10 Uhr. Das ist der 15.4., übrigens der Geburtstag von Lenis Mann Friedrich, der an dem Tag 114 geworden wäre. Drum ist ihm auch die Gewinnfrage gewidmet – hier müsst Ihr raten. Rudu fragt, ob Friedrich noch seinen Flügel hat. Was glaubt Ihr? Hat der Flügel den Krieg überlebt?

Doch nun zum Brief. Wir kehren zur Korrespondenz zwischen Leni und ihrem Bruder Rudu zurück. Rudu wohnt in Guatemala, hat zwar die dortige Staatsbürgerschaft, aber doch finanzielle Schwierigkeiten aufgrund seiner deutschen Herkunft.

Guatemala, 17.12.1946.

Liebe Leni – lieber Friedrich,

schon seit einigen Wochen will ich Euch Eure Briefe vom 5. und 14. Okt. bestätigen, schob es aber immer wieder auf in der Hoffnung, Euch von hier bessere Nachrichten geben zu können. Nun kam heute Eure Karte vom 31. Okt. und Lenis Brief vom 2. November. Für alles herzlichen Dank, vor allem war natürlich eine große Freude Euer Familienbild vom Jan. 1945. Ich muß Euch heute gleich, wenn auch nur kurz antworten um Euch zu sagen wie glücklich auch wir sind, daß Euch das Care-Paket erreichte! Wir hätten schon weitere abgeschickt, aber leider sind wir nicht in der Lage, da wir seit August unsere monatlichen Zuweisungen nicht mehr bekommen haben. Ich hoffe immer von Woche zu Woche, bis dahin immer vergeblich. Es ist zu scheußlich. Auch hoffe ich, daß es sich vor Weihnachten regeln läßt, sonst wird es ein trauriges Fest! Von Achim forderte ich Hilfe, aber nur äußerst zögernd kam etwas, was wie ein Tropfen auf den heißen Stein war. So schrieb ich kürzlich an Klaus mit der Bitte an Euch noch ein Care Paket abzusenden, den Betrag will ich ihm dann später zurückerstatten. –

Für Eure so eingehenden Nachrichten meinen herzlichen Dank, ich freue mich so über alles, was Ihr berichtet, über Freunde und Verwandten-Schicksale kann man nicht eingehend genug hören. Wenn Du z. B. schreibst, daß Anneliese + Gertrud P. im K. Z. waren, so möchte man natürlich noch weiter wissen, wie lange, wo, weshalb und wie es ihnen jetzt geht. [klein eingefügt:] Wie geht es Frau P.? 1000 Fragen fallen einem ein! –

Jedenfalls sagt Euch bei allem was Ihr durchzumachen habt, daß es auch in anderen Teilen der Welt nicht viel besser zugeht! Ich denke oft an Euch und sehe in Gedanken wie Friedrich jeden Morgen seinem Ziel zusteuern kann: eine geregelte Arbeit kann ich mir schon garnicht mehr vorstellen Und es ist hier so hoffnungslos eine zu finden. So baue ich weiter Gemüse und laufe hemmungslos zum Anwalt.

Nun versucht nicht ganz die Hoffnung zu verlieren. Denn der Fall hier ist einzig dastehend, die Nachbarländer sind ganz anders vorgegangen und im Vergleich zu den Verhältnissen hier kann man die Zustände dort paradiesisch nennen. Ich schulde natürlich jetzt überall, eine ganz widerliche Lage. Daher konnte ich mich auch nicht mehr um die Dokumente bekümmern die Ihr angefordert hattet. –

Die Nachrichten über Albrecht + seine Ehen sind stets für uns etwas geheimnisvoll. Ist Albrecht ein schwieriger Ehemann? Hat Neger seiner Verwandten von der Ehe abgeraten und weshalb? Neger ist doch weiter sicher Albrechts Freund. Hat Friedrich noch seinen Flügel? – Die Nähe von Büchen – Ratzeburg braucht Euch nach meiner Meinung einstweilen nicht zu beunruhigen. –

Ich hoffe Euch bald ausführlicher zu schreiben, wenn mein seelisches Gleichgewicht wieder mehr hergestellt ist. Ich schlafe so schlecht und versuche durch vieles Lesen meine Gedanken abzulenken. –

Traurige Briefe kommen von Anna N. an ihre Schwägerin. – Es umarmt Euch sehr innig und wünscht Euch alles Gute für 47 Euer Rudu.

Wer die Personen sind, erfahrt Ihr oben in der Kategorie ”Über die Briefe”. Albrechts Ehen sind für Euch einstweilen auch noch geheimnisvoll, der nächste Brief von Leni wird darüber aber Aufschluss geben. Mit der Nähe von Büchen und Ratzeburg bezieht sich Rudu wahrscheinlich auf die Nähe der Grenze zur Ostzone. Schön, dass er sie von Guatemala aus nicht beunruhigend findet. Blogger_Lesefreude_2014_Logo-977x1024

Schüttelmonster Lolo

01.11.1939: Mein geliebtes Blättchen (Leni)

Schüttelmonster Lolo

Schüttelmonster Lolo

Ich bin hin und weg: Euch scheint das Wuschelvieh ebenso gut zu gefallen wie mir. Ich werde es, Christines Vorschlag folgend, Lolo nennen. Wild hat das Monster gegen den Namen “Herr Schleimbeutel” protestiert und wurde anschließend auch nicht zum Superhelden Staticman. Obwohl ich mich wirklich gefreut hätte! Das Buch bekommt also Christine. Interessante Hinweise auf eine türkise Monster-Version kamen von Marina und einer weiteren Christine. Letztere hat einen Link zum Kaufen gefunden und bekommt deshalb auch ein Buch (nämlich “Kein Ort für Fremde” von Ruth Rendell, gebrauchte Version). Es juckt mich in den Fingern, auf den Bestellknopf zu drücken, aber ich überlasse den Knuffel Euch. 

Heute habe ich keine Lust auf Buchverlosung. Solltet Ihr trotzdem eins haben wollen, biete ich Euch “Horst go Home” von – darauf kommt Ihr nie! – Tine Wittler. Und sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt.* Eine Frage müsst Ihr dafür nicht beantworten. Auch nicht, wie lang eine Schreibstunde ist. Echt nicht. Auch nicht bis morgen um 12.

Dies ist übrigens der letzte Liebesbrief. Als nächstes kommen wieder Nachkriegsberichte.

N., den 1. Nov. 39

Mein geliebtes Blättchen!

Soeben habe ich die Kinder mit Edith erstmal an die frische Luft befördert und dann kommt anschließend immer meine Schreibstunde. Allerdings besteht sie oft nur aus 10 Minuten. –

Unsere Perle Edith hat heute gekündigt, zum 1. Dezember. Halb dachte ich es mir schon, da es ja sehr viele Rackereien in der letzten Zeit gegeben hat. Im Moment geht es wieder etwas besser mit ihr, sie versucht, nicht alles zu vergessen, aber kopflos ist sie im Ganzen doch. Eventuell gehe ich nochmal bei der Mutter vor. –

Vor einigen Tagen ist Grete von Mama an die Luft gesetzt worden, da sie zu Mamsell so frech geworden ist und vorher einfach 3 oder 4 Tage fort geblieben war, ohne etwas von sich hören zu lassen. Bei Edith ist es zum Teil der Grund, daß sie mehr verdienen will, was ich im Grunde ja auch verstehen kann. –

Am Freitag werde ich 903 aus Krakow fahren, über Güstrow. Der Zug hat gleich Anschluß, ich hoffe, daß Du an der Bahn bist. Ich werde eine Karte mit Rückfahrt nehmen. –

Ob sich wohl schon jemand auf die Anzeige gemeldet hat? Ich finde es ja süß, daß Du annonziert hast, nur mit dem Gutshausstand weiß ich nicht so recht, denn es sind ja fast ausschließlich die Kinder zu bedienen, mit Zimmern etc. –

Von Mama soll ich Dir noch sehr danken für Deine Besorgungen, auch für die Kämme. Das Armband und Pfeife ist zwar noch nicht hier. – Morgen arbeite ich mit Dicki im Garten, was sehr gut geht. Wir haben heute Rote Beete ausgebuddelt, Dicki fährt sie in ihrer Schiebkarre und ich in der großen zu Claußen. Baby sieht zu. Sehr bedrückt es mich, daß ich noch nicht an Mutter schrieb, aber jetzt ist es fast zu spät, denn heute wird es nichts mehr und übermorgen bin ich da. –

Wie es wohl mit dem Auto geworden ist? Mein Moll, wie es wohl bei Euch im Geschäft ist? Heute hatte ich von Ruth einen Brief, ihr Mann ist Truppenarzt bei Celle, sie ist mit ihren 3 Kindern in Magdeburg bei ihren Eltern und hat die Wohnung in Kiel zugemacht.

Liebes Menschlein, wir sehen uns bald, ich freu mich sehr. Die Kinder sind süß, Baby geht schon ganz viel. Sei umarmt von Deinen Tiris.

Also wenn DAS jetzt keine Lesefreude ist, dann weiß ich auch nicht

31.10.1939: Mein geliebtes Menschlein! (Leni)

Brief mit Buch

Brief mit Buch

Leni ist noch immer schwanger und wünscht sich das Ende des Krieges herbei.

Heute gibt es wieder ein Buch zu gewinnen, und zwar das Rezensionsexemplar von “Wenn die Wale an Land gehen” von Kathrin Aehnlich. (Meine Rezension dazu findet Ihr hier.) Ihr habt bis Montag (23.3.) um 12 Uhr Zeit, mir folgende Frage zu beantworten: Wem hat Leni noch immer nicht geschrieben?

Die letzte Frage nach der Gummihosengröße habt Ihr alle richtig beantwortet. Ich habe ausgemehlt (“Ene, mene, Miste …”) und KATJA hat gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! 

Da Ihr sicher weiterhin fleißig mitmachen möchtet, verschicke ich die Bücher am Ende der Aktion.

N. den 31.10.39

Mein geliebtes Menschlein!

Du bist wieder ein ausgezeichneter Erlediger von allen Dingen und ein sehr guter Schreiber, hab sehr vielen Dank, mein Blättchen, für Deinen lieben Brief mit dem Kamm und Fahrplaneinlagen. Wie gräßlich benimmt sich die Krakower Bahn, konntest Du am Fahrkartenschalter keinen Krach machen? Die Mecklenburger sind eine besondere Sorte Menschen. –

An Herta habe ich einen langen Brief geschrieben und sie gebeten, wieder zu kommen, wenn sie nicht zu Hause bleiben muß, nehme ich fast an, daß sie zu uns kommen wird. Die Kisten kannst Du gern am Montag kommen lassen.

Ich werde wohl Freitag kommen. Edith ist heute wieder aus, es ist schon das 3. Mal seit ich hier bin, aber ich muß es so machen, da nachher nicht viel daraus wird. So bin ich noch nicht dazu gekommen, an Mutter einige Zeilen zu schreiben. Den ganzen Vormittag bin ich mit den Kindern draußen und wir (Dicki und ich) haben die beiden letzten Tage im Garten gearbeitet, in dem wir die Wurzeln mit ausgebuddelt haben. Gleich kommt der Gärtner, ich muß eilen. –

Es ist sehr süß, daß Du bei Helene warst, aber ich konnte mir ihre Antwort schon denken und glaube nur ja nicht, wenn andere Ärzte hinzugezogen werden, daß die meine Sache schlimm finden. Die denken nicht daran, etwas zu tun. Mein Menschlein, im Grunde ist es ja auch eine große Freude, nur hatten wir es uns etwas anders gedacht und wird die nächste Zeit und die ersten Jahre nicht ganz leicht sein. Hoffentlich geht der Krieg nur bald zu Ende. Weißt Du schon etwas wegen der Autobenutzung? Deine Reifen haben wir wieder. Der Gärtner ist da.

Geschenke, Geschenke!

Mehr Bücher!

1000 Liebes mein Blättchen, auch an Mutter Deine Tiris.

Also wenn DAS jetzt keine Lesefreude ist, dann weiß ich auch nicht

27.10.1939: Mein geliebtes Blättchen (Leni)

Geschenke, Geschenke!

Geschenke, Geschenke!

Leni war einen Monat mit Dicki (der zweijährigen Tochter) in Hamburg und hat Baby (ein Jahr alt) so lange auf dem Gut in Mecklenburg zurückgelassen. In der Zwischenzeit hat Baby oben vier neue Zähne bekommen und der Verwalter hat die Reservereifen der Autos verkauft. Nun wartet Leni auf Friedrich.

den 27.10.39

Mein geliebtes Blättchen!

Morgen werde ich Dich ja einmal hier haben und 2. wohl auch noch Deine genaue Ankunft schriftlich hören. Ich freue mich schon sehr mein Blättchen, vor allem, daß Du auch Baby siehst. Ich habe noch einen Wunsch für ihn und bitte Dich, wenn irgendmöglich es zu besorgen, da es mir sehr fehlt. Es ist eine Gummihose Größe 3 für Baby. Man kann nämlich nicht gegen die nassen Betten an, sie trocknen jetzt so schlecht und mein Zimmer ist den ganzen Tag mit Matratzen, Bettüchern und sonstigen Kindersachen geschmückt. Also wenn irgendmöglich bring sie bitte mit, Möhring auf dem neuen Wall hat sie noch. Ferner wär es sehr schön, wenn Du die Illustrierten mitbringst und wichtig sind Zigaretten, da es hier keine gibt. –
Ich habe heiß gebadet, sogar sehr heiß und auch die Pillen genommen, die scheußlich schmecken, aber es hat bis jetzt nichts genützt. Wir müssen nun erstmal abwarten. –

Edith ist heute aus, sie ist vollkommen unbrauchbar, ich muß mich nachher in Hamburg gleich bemühen, jemand zu bekommen. Es ist natürlich sehr mühsam mit den Kindern, aber es geht beinahe besser, wenn sie aus ist. –

Mit W. hatte ich heute Krach wegen der fortgegebenen Reifen, wir haben uns in großem Ärger getrennt. Mama läßt Dich sehr grüßen, sie beschäftigt Dicki zur Zeit. Ich muß schließen, mein Mollchen, bis morgen. An Mutter habe ich noch nicht geschrieben, aber der Tag ist hin wie nichts. 1000 Bubben Deine Tiris

Das Wäschehaus Möhring gibt es noch immer. 

Nach eigenen Angaben wurde Leni sehr schnell schwanger – offenbar trug auch dieser Ausflug zu ihrem Mann in der Hinsicht Früchte. Da am 30.6.1940 Christian geboren wurde, haben die Pillen und das heiße Baden nichts Gegenteiliges bewirkt. 

Die Eisprinzessin und ihre Freunde

Die Eisprinzessin und ihre Freunde

Auch heute gibt es wieder im Rahmen von “Blogger schenken Lesefreude” ein Buch aus dem großen Stapel zu gewinnen: Passend zum Oktober, in dem die nassen Betten so schlecht trocknen, die Eisprinzessin von Lisa Graf-Riemann. Beantwortet mir dazu bis übermorgen (20.3.) um 12 folgende Frage: Welche Größe soll die Gummihose für Baby haben?

Der letzte Gewinn ging übrigens an Daniela D., die die Frage nach der Anzahl der Kosenamen richtig beantwortete. Es waren insgesamt vier, nämlich “mein Moll”, “Molltier”, “mein Blättchen” und “lieber Mensch”

Also wenn DAS jetzt keine Lesefreude ist, dann weiß ich auch nicht

23.09.1939: Mein geliebtes Molltier! (Leni)

 

Muss weg!

Muss weg!

Verschiedentlich wurde mir mitgeteilt, ich solle doch endlich mal mit den Briefen zu Potte kommen. Schon dabei! Nebenbei habe ich festgestellt, dass die Menge der Bücher, die ich zum Welttag des Buches am 23.4. loswerden möchte, unverhofft ein wenig groß geworden ist. Darum steigt heute eine vorzeitige Verlosung. Zu gewinnen gibt es “Die Drachen der Tinkerfarm” – das ich selbst zum Welttag des Buches am 23.4.2012 bekam.

Hat mit Schweden nichts zu tun, passte nur farblich zum Buch und saß/lag gerade rum

Hat mit Schweden nichts zu tun, passte nur farblich zum Buch und saß/lag gerade rum

Beantwortet mir hier, auf Twitter oder auf Facebook folgende Frage:

Wie viele Kosenamen benutzt Leni für ihren Friedrich und wie lauten sie?

Ihr habt bis morgen um 12 Uhr Zeit, die Frage zu beantworten.

 

Vor einigen Tagen ist der zweite Weltkrieg ausgebrochen. Leni hat offenbar beschlossen, die Zeit lieber auf dem Gut zu verbringen. Was genau Friedrich in Hamburg macht, weiß ich nicht. 

N. den 23.9.39

Mein geliebtes Molltier!

Wenn ich schon nicht selbst komme, so sollst Du wenigstens zu morgen einen sehr innigen Brief haben, mein Blättchen. All meine Gedanken sind bei Dir und ich bin recht traurig, daß wir nicht zusammen sind. Ich habe heute den ganzen Vormittag versucht, mich mit Karow zu verständigen, der Mann wußte nicht mal wann Züge von Karow nach Ludwigslust fahren, geschweige denn von dort nach Hamburg. Schließlich hatte ich ihn überredet, doch mal nachzusehen, da ich doch unmöglich ins Blaue mit Dicki fahren kann und dann kam der Mann einfach nicht wieder ans Telefon. Ich versuchte es noch verschiedentlich, aber dieser Mensch muß vergessen haben, den Hörer wieder aufzulegen, denn es meldete sich keine Seele. Ich habe mich nun fest entschlossen, Donnerstag zu fahren und wenn das Wetter anhängig ist, Dicki mit zu bringen. Wir können dann unseren 3 jährigen Hochzeitstag und Babys Geburtstag zusammen verleben. Findest Du das nicht auch ganz gut? Sollten wir zu Heidis Hochzeit geladen sein, bin ich dann auch gleich in R. – Für Deinen lieben Brief, mein Moll, danke ich Dir sehr herzlich, Du hast wieder alles sehr gut erledigt, Du lieber Mensch.

Für uns hier fallen Milch und Brotkarten fort, da wir Selbstversorger in diesen Dingen sind. Wenn wir hier bleiben müssen wir uns wohl wirklich in Hamburg abmelden. Hast Du übrigens mal bei K.s angefragt wegen umziehen? Dieser Mensch geht ja stark auf die Neige wegen Kündigung. Hast Du B. auch mal über die Heim Sache gefragt, Achim wollte die Kündigung ja rückgängig machen. Die Geburtsscheine des Kindes brauche ich für die extra Seife, die wir für Baby bekommen, ich muß dann einen Antrag in Güstrow schriftlich stellen, worauf wir sie erst bekommen. –

Wie mag es bei Euch im Geschäft sein, ob Ihr noch was zu tun habt?

Die Tiris sind schietig, Baby bekommt einen mächtigen Dickkopf, es läuft krebsrot an, wenn man ihm was wegnehmen will oder es sonst nicht nach seinem Kram geht. Es stößt dann mächtige Schreie aus.

Dicki ist auch stückig, sehr komisch ist, wenn sie bei ihrem Mittagsschlaf 2 Töpfe benötigt. Erst wird das eine für die eine Sache gebraucht und nach getaner Arbeit ins Bett gestellt, dann kommt ein neuer Topf an die Reihe. Die beiden können auch schon ganz nett miteinander spielen, Dicki bemuttert ihn mächtig. Die Erkältungen sind besser.

Mama und Tante Olga lassen grüßen.

Grüße Du Mutter und Kurt sehr herzlich und frage, ob es recht ist, wenn ich mit Dicki komme. Mutter hat doch sicher Freude an dem kleinen Tier. Es umarmt und bubbt Dich 1000 mal in Liebe Deine Leni.

Edith bringt dies extra hin, hoffentlich hast Du es morgen.

 

Dicki schreibt auch was

Dicki schreibt auch was

[Gekrickel] O Kuß v. Dicki.

Mit dem “kleinen Tier” ist natürlich Dicki gemeint – das wiederum ist Helene, Lenis und Friedrichs Erstgeborene.

 

13.08.1946: Ansichten über Aussichten (Kurt)

Kurt hat wieder aus der Kriegsgefangenschaft in Italien geschrieben.

13. August 1946

Lieber Friedrich.

Mit Interesse habe ich Deine Ansichten über die Aussichten, “Geld” zu verdienen oder besser den Mangel an solchen, gelesen. Absolut hieb und stichfeste Übersetzungen in Fremdsprachen könnte ich einstweilen nicht machen, werde auch immer älter. [Er war 40.] Aus denselben aber wohl mit einiger Übung aus ziemlich sämtlichen bedeutenderen Europäischen. Das ist viel leichter. Ich glaube, die Nazis wird man bald wider zulassen, jedenfalls die Kleinen; wer früher meistens mit dem Maule gearbeitet hat, kann jetzt schlecht nur mit der Hand.

Die neue Generation wird wohl mit Englisch aufwachsen, der Rest von Deutschland kann die Hilfe fremder Truppen bei den Ernährungsverhältnissen, der Liebe zum Kriege der politischen Einsichtslosigkeit, der eingerissenen und vielleicht noch mehr um sich greifenden Religionslosigkeit kaum entbehren. Hoffentlich lernen wir von den politisch so viel reiferen Völkern etwas!

Mir geht es sehr gut. Gute Arbeitsverhältnisse, korrekte Behandlung, sehr gutes Essen. Sorge mich aber um Euch. Grüße alle K.

02.07.1946 II: Stellte sich die Staaten wohl als Handelsdampfer vor. (Kurt)

Dieser Brief hat das gleiche Datum wie der vorherige – diesen hier schrieb er beim Nachtdienst. Man muss manchmal etwas genauer hinlesen, um seinen Humor zu verstehen.

2. Juli 1946

Lieber Friedrich.

Gelegentlich Nachtdienstes fallen mir alle meine Sünden ein, hauptsächlich, daß ich versäumte, Dir zu antworten. Dein Brief vom 23.6., der mich sehr erfreute, trifft ganz meine geschätzte Meinung. Ich bin außerordentlich pessimistisch, sowohl im allgemeinen, als was mich angeht, bleibe deshalb so lange ich kann. Ich könnte für jeden Juden – abgesehen von allem anderen – einen Nazi aufhängen, weniger wegen ihrer Schlechtigkeit als wegen ihrer Dummheit. Habe in Italien einen Kapitän getroffen, im Range eines Obersten!, der sagte, wenn der Krieg noch wenig länger gedauert hätte, so hätten wir die Vereinigten Staaten mittels V-Waffen in den Grund bohren können. Stellte sich die Staaten wohl als Handelsdampfer vor. Bei aller Tüchtigkeit und unbezweifelbarer Tapferkeit ein großer Idiot. Bei uns die Regel, werden es nie zu etwas bringen.

Es geht mir gut, kriege weiße Haare. Stehe vorm Spiegel und reiße sie aus. Sorge mich um Mutter. Ku.

Ich kannte Kurt kaum, seine Art von Humor ist mir aber sehr vertraut. 

02.07.1946: … vielleicht hätte sie mich geheiratet (Kurt)

Ich möchte Euch nicht langweilen – und es ist bei der Menge der Briefe absehbar, dass ich nicht alle werde abschreiben können. Ab und zu fällt mir jedoch einer in die Hände, den ich Euch nicht vorenthalten kann. Dies ist so ein Fall. Er stammt von Kurt, dem Bruder von Friedrich. Er schreibt auf Kriegsgefangenenpapier und befindet sich in Italien, wo es ihm offenbar recht gut geht. Er erwähnt immer wieder, dass er nach Hause kommen könnte, es ihm hier aber besser geht. Sonderlich gefangen scheint er also nicht zu sein. Eine Gefangenennummer hat er aber.

Lieber Friedrich.

Diesen Brief will ich damit beginnen, womit mein letzter aufhören sollte, nämlich alle Mollis und die kleine Retz [also Friedrichs Kinder] herzlichst zu grüßen. Ich hoffe, es geht Euch allen gut. Wenn ich landwirtschaftliche Talente hätte, so würde ich nach Hause zu kommen trachten, so hat das kaum Zweck.

Schreibt mir mal alle wichtigen Geburtstage, Leni, Klaus und so weiter. Habe alle ein wenig vergessen. Mein Notizbuch mit allen Daten und Adressen, unter anderem der einer sehr fähigen und netten Schwester, die ich in Warschau kennen lernte, liess ich im zerschossenen Wagen in Italien und nahm nur noch schnell den Inhalt meiner auf dem Kutschbock stehenden Wein-Korbflasche zu mir, von der der Hals abgeschossen war. Jetzt weiß ich nicht mehr, wie das Mädchen heißt und wo sie wohnt, vielleicht hätte sie mich geheiratet, denn sie war nicht mehr jung. Wunderbare Bewahrung! Ku. (San. O. Gefr.)

 

21.08.1936: Mein Liebes! (Leni)

Es ist so weit: Das Aufgebot wird bestellt, die Möbel für die gemeinsame Wohnung ausgesucht/bestellt/geändert/renoviert.

N., den 21.8.36

Mein Liebes!

Gleich, nachdem ich heute Deinen Einschreibebrief erhielt, begab ich mich zum Standesamt und habe dort alles erforderliche erledigt. Das Aufgebot geht nun nach Hamburg und R., hier in N. braucht es nicht [handschriftlich: doch] zu hängen, da ich noch in Hamburg angemeldet bin. Die standesamtliche Trauung werden wir in Hamburg vornehmen, weil dann für Dich kein ganzer Tag verloren geht, denn hier müsste es bis ein Uhr gemacht sein und dass ich für Dich ja garnicht zu machen, wenn wir nicht einen Tag von unserer Hochzeitsreise ? einbüssen wollen. Bist Du damit einverstanden?

Während ich beim Standesamt war, wurde von Hamburg telefoniert, dass der Dampfer [mit Achim an Bord] erst Sonntag um 12 in Bremerhaven ist, womit unsere gleich nach Tisch geplante Abfahrt hinfällig war. Ich fahre nun morgen gleich nach dem Kaffee, um um 2 Uhr bei Dir zu sein, an der Kirche mein Lieb, Mama fährt vielleicht erst nach Tisch und wir könnten den Nachmittag gut zusammen sein, falls wir uns nicht um die Tapeten und die Wohnung bekümmern müssen. Hier ist das schönste Wetter und Lieb, sei nicht bös, aber ich bin aus 2 Gründen sehr froh, dass wir erst morgen fahren, denn ich fühl mich wieder garnicht gut und krieche nur so durch die Gegend, weil die Dinge hier ja auch keinen Aufschub erleiden dürfen, wenn ich heute nicht auf dem Amt gewesen wäre, könnten wir sicher nicht am 3. heiraten. Liebes, es sind keine 6 Wochen mehr, bist Du auch so glücklich?

Was unsere Einrichtung betrifft, bin ich selig, was wir hier jetzt beschlossen haben und schon in Arbeit ist und ich weiss genau, dass es Deinen vollen Beifall findet, weil es ganz Dein Geschmack ist. Unser Tischler hier hat Entwürfe gemacht, die ich Dir mitbringe, und fertigt die fehlenden Gegenstände fürs Schlafzimmer an. Die Betten werden poliert, sind in Arbeit. Die Nachttische sind entworfen und werden ähnlich wie die in meinem Zimmer jetzt ganz schlicht mahagoni mit kleinem Rand nach aussen wie die Betten und Einlege Arbeiten schlicht und fein. Ebenso der Toilettentisch mit Spiegel wird eingelegt, mahagoni mit 2 Schubladen an jeder Seite, Spiegel in der Mitte, Glasplatte auf den Schubladen, modern und doch zusammenpassend. Der Schrank steht ja leider in Hamburg und muss auch in der Art geändert werden, nur wird es sicher viel teurer, und ich weiss nicht, ob so gut.

Das Sofa von Deiner Mutter würde genau zu allem passen und sieht sicher gut auf der langen Wand aus im Schlafzimmer, die Kommode für Deine Hemden u.s.w. steht in Hamburg, es ist eine sehr kleine und hübsche, wie wir sie hier nicht haben, jedenfalls nicht so klein. Ob wir den kleine runden Tisch zu dem Sofa von Deiner Mutter fürs Schlafzimmer bekommen können?

Der Esszimmer Tisch bekommt andere Beine, so wie das Büffet und die bis dahin ausgesuchten Stühle, die Platte des Tisches ist genau so wie das Büffet von vorn, Wurzelholz und dann ist er sehr gross zu machen, er bleibt zwar eckig, denn er hat Schnitzarbeit am Rand, ich möchte sagen, genau wie das Büffet, ist das nicht ulkig? Was wollen wir mehr, somit wird es alles ziemlich einheitlich und vor allem schön. Ich bin sehr dafür, mein Lieb, dass wir Eure Stühle nehmen, vielleicht kann man ja andere Vorderbeine darunter machen, wie wir es hier mit dem Tisch auch machen, denn die gedrehten sind wirklich nicht so schön, unserer hatte sie auch und dann sind es solche Staubfänger, sie brauchen ja nur leicht geschweift zu sein und keine Kralle, wie die anderen Sachen, das müssen wir nochmal besprechen, die Form finde ich ja als ganzes viel schöner als die gekauften, und die hat jeder, aber wieviele habt Ihr denn?

Wir nehmen dann bei Bornhold etwas anderes dafür. Am liebsten möchte ich ja, dass unser Tischler auch die Wohnzimmer Sessel macht, aber ich glaube er hat nicht die Zeit oder wir müssten darauf warten und uns erstmal mit anderen helfen, aber darüber wollen wir uns mündlich unterhalten, nur gefiel mir keiner recht von denen bei Bornhold.

Eben rief das Standesamt an, ich muss mich doch ummelden. Liebes, ich muss jetzt schliessen, da ich Frau H. besuchen will, gestern war ich so elend, deshalb hab ich Dir auch nicht geschrieben, aber dies schicke ich ins Kontor. Ich freu [ab jetzt in handschriftlicher Sauklaue] mich so auf morgen, mein Lieb, auf Dich um 2 Uhr an der Kirche, sollte ich nicht da sein ruf bitte bei Alice an. Grüße Deine Mutter sehr, was macht ihr Arm? Du musst bald herkommen wegen der Möbel, damit Du sie siehst, Liebes. Ich umarm Dich sehr und bin in Gedanken immer bei Dir, Deine Lini.

Mama hat gesagt, daß man Dich heute vom Kontor aus anruft und Bescheid sagt, daß wir nicht kommen

 

Spannend sind die vielen Möbel ja eher nicht, interessant finde ich aber die Menge. Ein Sofa im Schlafzimmer zum Beispiel ist natürlich eine große Notwendigkeit (wo soll man sonst sitzen?). Anscheinend hatten sie ja ein gemeinsames Schlafzimmer. Die Betten kann man nicht bequem nebeneinander stellen, ein wenig Trennung wird also vorhanden gewesen sein. Gut gefällt mir “Einlege Arbeiten schlicht und fein” – das wird der Mühsal nicht ganz gerecht. Wundern tue ich mich über das Fragezeichen nach der Hochzeitsreise. Ist mutmaßlich eine geplant und Leni kennt die Details nicht? Oder steht noch aus, ob sie stattfindet?

 

Blick vom Gutshaus

11.08.1936: Mein Geliebtes! (Leni)

Ein wenig Überschwang zwei Wochen vor der Hochzeit :) Erinnert Ihr Euch an die Diskussion über die Uhrzeitangabe 1/12? Ich dachte damals schon, dass es wie 1 1/2 aussah, wollte es aber nicht glauben. Hier haben wir nun den leserlichen Beweis. Aber ob das nun halb eins oder halb zwei bedeutet? Ich würde jetzt mal halb eins tippen, weil ich das bei Friedrichs Mittagspause für realistischer halte. 

N., den 11. Aug. 36

Mein Geliebtes!

So wie über Deinen heutigen Brief mein Lieb, habe ich mich wohl noch nie gefreut, Du hast so wonnig geschrieben, mein Puck, dass ich Dir in Gedanken 1000 K. gebe. Wie werden wir erst glücklich sein, wenn wir uns in 2 Monaten nicht mehr zu trennen brauchen, immer beieinander sind, der Eine für den anderen sorgend und in der eigenen kleinen wonnigen Wohnung. Mein Lieb, ich kann Dir nicht sagen, wie unsagbar glücklich ich bin, und wie dankbar, dass ich solchen wonnigen Mann wie Du es bist, bekomme. Deine Mutter hat mir ja oft genug erzählt, wie wonnig Du als Kind gewesen bist, aber ich glaube, jetzt bist Du noch viel lieber. –

Am Donnerstag nach dem Kaffe wollen Mama und ich hier fortfahren, und ich möchte Dich dann um 1 ½ im Paulaner Bräu treffen, hoffentlich klappt es und sind wir nicht zu spät durch Panne oder irgend etwas, eventuell bringe ich Mama mit, weil ich sie doch schlecht allein essen lassen kann.

Sonst bin ich um 5 ½ an der Kirche und warte dort auf Dich.

Achim und Hertha haben ein sehr nettes Telegramm gesandt „Mit innigen Wünschen für Euer Glück, Achim Hertha Jungens, Tante Mia“. Von Rudu haben wir noch nichts gehört. Achim ist am 23. August hier, das wäre übernächsten Sonntag, wir werden ihn dann abholen, also sind wir dann in Hamburg. Nächsten Sonntag, mein Lieb, kommst Du doch mit uns hier her und wenn Mutter mag kommt sie doch sicher mit, frage doch auch O’s, ich fände es so nett, wenn dann die ganze Familie hier zusammen wäre. Denn folgender Sonntag würde ja ausfallen und wie dann die kommende Zeit aussieht, kann man so schlecht sagen, ich denke mir, wir müssen viel unterwegs sein, ferner können Deine Verwandten später ja immer noch mal kommen.

Puck, der Tisch von Babbe macht auf der Zeichnung ja einen niedlichen Eindruck, ist er rund? Wenn nicht, hat es keinen Zweck, weil wir eckige hier ja masslos viel in Mahagoni haben. Eben bin ich mit Frieda [eine Hausangestellte] durch sämtliche Räume gegangen, sie äusserte ihre Ideen und war dafür, vieles zu verwenden. Ich nehme noch Masse von den Sachen, die ernstlich für uns in Frage kommen, das übrige müssen wir Donnerstag besprechen. Hast Du schon Tapeten ausgesucht? Und wie fand Mutter die Wohnung? Sicherlich geliebt, jetzt sind die Leute auch schon wieder weiter.

Liebes, der Gärtner geht gleich und ich muss wieder schliessen, möchte Dir aber noch soviel erzählen. Ich sitze hier herrlich in der Sonne, überhaupt ist hier das schönste Wetter, und wenn ich nicht soviel schreiben müsste, wäre ich mehr unterwegs. Ich habe gar keine Nägel mehr vom vielen Tippen. Puck, ich freu mich so auf übermorgen, wir sind nur noch wenige Stunden getrennt, viel werden wir in den 2 Tagen ja nicht gerade ausrichten können.

Deine Zeichnung habe ich nicht verstanden. Es liebt Dich sehr Deine

Lini

Der Gärtner wartet, sehr eilig!

Bei den O’s handelt es sich um Friedrichs Verwandtschaft, die in der gleichen Straße wie er wohnen (da, wo Leni vorher auch gewohnt hat). Dass man die sich nicht im primären Gebrauch befindenden Möbel der Eltern beim Auszug als praktischen IKEA-Ersatz nutzt, kenne ich auch so. (Danke, liebe Eltern!)

Um noch einmal auf den oben erwähnten Brief zurückzukommen: Hier wird erwähnt, dass man 10-15 Gäste im Gutshaus unterbringen kann. Aus heutiger Sicht muss ich darüber doch sehr lachen, denn inzwischen weiß ich ja, wie groß das Haus genau ist. Trotzdem war es offiziell ein EINfamilienhaus (kein Wunder, wenn alle Räume im Erdgeschoss Wohnzimmervarianten sind) und es stand noch ein Gästehaus zur Verfügung. Nun denn. Ich werde noch genauer von meiner Fahrt berichten, einstweilen möchte ich Euch ein bisschen an der Schönheit des Gutes teilhaben lassen. 

Blick vom Gutshaus

Blick vom Gutshaus

Meine Ziele 2014 – Lexoffice Blogparade

Blogparaden haben den enormen Vorteil, dass sie mich – vorausgesetzt, das Thema spricht mich an, logisch – dazu bringen, über Dinge nachzudenken, die ich sonst mit weniger Gehirnschmalz bedacht hätte. Oder gar überhaupt nicht.

Die Blogparade von Lexoffice bringt ein allgemein bekanntes Jahresanfangsthema auf den Tisch – das mir so ausgelutscht vorkam, dass ich es eigentlich ignorieren wollte. Doch da hatte es sich schon in meinem Hirn festgesetzt. War vielleicht gar nicht so schlecht.

Das letzte Jahr war nachträglich betrachtet nicht ganz unturbulent, obwohl es mir eigentlich gar nicht so vorkam. Meine Textfuß-Kundschaft hat sich verändert, meine Arbeitszeiten ebenso. Konnte ich vorher wegen sicherer Aufbewahrung der Kinder bis halb vier arbeiten, ist heutzutage nur noch die Zeit bis halb eins sicher – danach kann ich manchmal noch ein paar Stunden abzweigen, manchmal auch nur drei Minuten. Abends arbeite ich extrem ungern, tue ich es doch, bin ich am nächsten Vormittag nicht voll leistungsfähig und so trägt die Abendarbeit eh keine Früchte.*

Im Mai 2013 startete ich dieses Blog, eigentlich war es als Tritt-in-den-Arsch für mich selbst gedacht, um mich endlich dauerhaft den Briefen zu widmen. Nebenher, wohlgemerkt. Ich ahnte nicht einmal ansatzweise, welche Ausmaße das Projekt annehmen würde. Ich habe Zuspruch und Hilfe von Verwandten und Freunden meiner Großeltern erfahren, die ich nicht einmal persönlich kenne. Und Menschen, die mir vor dem Start meines Blogs erzählt hatten, dass sie selbst die Briefe sicher interessant fänden, lesen sie nun tatsächlich. Irgendwie also ein ziemlich intensiver Ego-Trip, auf dem ich mich gerade befinde – und den ich wahrlich nicht mehr missen möchte. Zeitgleich ist das in den Briefen beschriebene Schicksal manchmal nur sehr schwer auszuhalten.

Nun ist mein größter Wunsch für 2014, mit der Recherche der Hintergründe voll durchzustarten und zeitgleich an dem entsprechenden Buch zu schreiben. Die Zeit dafür ließe sich finden, blöd ist nur, dass man währenddessen kein Geld verdient.

Klar, das Blog muss selbstständig werden, da gehe ich konform mit Daniela. Einen Job wird es aber nicht ersetzen – SO spannend sind anderer Leute alte Briefe eben doch nicht für die Allgemeinheit.

Trotzdem.

Im November war ich in Lenis altem Gutshaus in Mecklenburg, bin die Fluchtroute abgefahren und habe mich gefreut, dass das Herrenhaus sinnvoll genutzt wird. Doch gleichzeitig dachte ich, dass sich Leni dort schrecklich gelangweilt haben muss. Sie war ein Stadtmädchen, sie mochte Trubel – etwas, das man zwischen dem großen, dunklen Wald und dem großen, blauen See vergeblich sucht. Vielmehr spürte ich die bedrückende Enge, die im Krieg geherrscht haben muss, als sie sich an diesem einsamen Fleck allein mit Nazi-Bediensteten und vier kleinen Kindern wiederfand.

Ich kehrte nach Hause zurück und begann mit den ersten Notizen für das Buch.

Dann brachte mir mein Vater vier weitere Ordner und einen kleinen Stapel Liebesbriefe, die Leni zum größten Teil vor ihrer Hochzeit an Friedrich schrieb. Während dieser Zeit wohnte sie auf dem Gut. Sie ist beseelt von ihrer Liebe zu Friedrich, doch was sie über die Schönheit des Gutes schreibt, kann nicht allein darauf zurückzuführen sein. Während ich die Briefe las, übermannte mich die Sehnsucht, auch wieder dorthin zu fahren.

Letztes Wochenende schnappte ich mir die Kinder und fuhr los. Landstraße. Eine wunderschöne Strecke, am Ziel das “große, große Haus”, das um diese Jahreszeit leer dastand. Ansage an die Kinder: „Ihr dürft so laut sein, wie ihr wollt.“ Die Kinder nahmen das Haus in Beschlag, als gehörte es ihnen. Sind sie normalerweise in fremder Umgebung eher scheu, war es ihnen bereits nach zwei Minuten völlig egal, ob ich im Keller war und sie unterm Dach. Da werde ich ja zu Hause mehr gesucht!

Ich hatte ein bisschen Sorge, dass die Kinder die Landschaft nicht würden zu schätzen wissen. Als Elbkinder ist ihnen Wald nicht so geläufig wie mir, die ich am Waldrand aufgewachsen bin. Ich hatte ein bisschen Sorge, dass meine Erwartungen (welche eigentlich?) enttäuscht würden.

Das Gegenteil ist passiert. Wenn ich es nach zwei Tagen dort so schön fand, wie muss es Leni und ihren kleinen Kindern da erst gegangen sein?

Ich muss mit dem Schreiben anfangen. 2014 ist mein Jahr des Buches.

*was mir, seien wir mal ehrlich, ja mega-recht ist.

09.08.1936: Mein Lieb! (Leni)

Leni verschickt Hochzeitsanzeigen. 

N., den 9. Aug. 36

Mein Lieb!

Es ist hier so bezaubernd schön, dass ich sehr traurig bin, dass Du nicht hier bist. Lieb, wie würden wir es geniessen, denn seit Wochen haben wir nicht mehr einen solchen Tag gehabt und dann die Ruhe, es fällt selbst mir auf nach alle dem Trubel in der Stadt.

Puck, ich war heute sehr fleissig und haben soeben 25 Anzeigen fertig gemacht, im ganzen mussten wir von uns aus doch 60 verschicken, es sind doch immer mehr Menschen, als man denkt. Jetzt habe ich keine mehr und möchte Dich bitten an Ilse L. und W. C. eine zu senden, denn ich kann es nicht mehr. Wenn Ihr noch einige Umschläge über habt, kann ich sie gut gebrauchen, vielleicht 4, sonst kann ich ja auch andere nehmen. Bis jetzt habe ich über 40 Gratulationen bekommen, abgesehen von Mamas Sachen natürlich und auf die jetzt verschickten Anzeigen werden noch ca. 60 einlaufen, die ich unmöglich alle mit der Hand beantworten kann. Ich bin sehr dafür, dass wir uns einige Karten drucken lassen, Mama meint es auch , eventuell nur mit unseren Namen oben, so macht man es sehr oft, oder mit Text, dann müssen die ausführlichen Schreiben natürlich mit der Hand beantwortet werden. Was meinst Du dazu? Ich könnte es am Donnerstag in Hamburg gleich aufgeben und zwar bei unserem Geschäftsdrucker, der nicht so teuer wie Kimmelstiel ist.

Meine Herfahrt gestern hat mir viel Spaß gemacht, weil das Wetter schon so gut war. 3 Stunden und 5 Minuten habe ich gebraucht und eigentlich alles aus dem Wagen rausgeholt, die Strassen über Ludwigslust-Plau sind so ausgezeichnet, dass ich zu meinem Kummer festgestellt habe, dass der Wagen für sie nicht schnell genug läuft, er liegt so gut auf der Strasse, dass er leicht 10-20 km. schneller sein könnte.

Eine komische kleine Begegnung, die ich hatte, muss ich Dir mündlich erzählen.

Wir geniessen die Ruhe heute unglaublich, ich bin wirklich froh, dass wir keine Gäste haben, ausser Dir mein Lieb natürlich, aber Du bist ja kein Gast mehr, sondern mein Mann. Seit heute morgen sitzen Mama und ich auf der Terrasse in der Sonne, ich bin schon ordentlich wieder gebräunt, jeder am Tisch für sich, da ich dauernd tippe. Morgen kommt Frieda S. und ich denke ich fahre erst Donnerstag früh, eventuell mit Mama. Mein Lieblingspuck, Du bist nicht bös, wenn ich jetzt schliesse, ich kann Dir doch nicht sagen, wie oft am Tag ich an Dich denke, Dich herbeisehen und rasend glücklich bin. Aber ich möchte noch kurz an Rudolf und Hertha schreiben, wenn ich es heute nicht tue, wird es wieder für Wochen nichts, ich bin dazu gezwungen, denn Rudu hat Geburtstag und Hertha wegen der Sachen.

Ich habe eine Liste gemacht, genau so wie Du es wünschtest, Gratulationsschreiben und Geschenke angeführt und fernen eine mit Namen, die Anzeigen erhalten haben und werden. Ist es so recht? Hoffentlich bin ich später immer so ordentlich. Oma meinte, wir müssten doch sicher ein Mädchen haben, ich hatte Mühe, ihr klar zu machen, wie unnütz das wäre. Von Mama soll ich sehr vielmals grüssen, besonders Deine Mutter, Du möchtest Mutter sehr vielmal für ihren lieben Brief danken, Mama hat sich sehr gefreut.

Puck, Liebes, ich umarm Dich sehr herzlich und freu mich sooo, dass wir uns bald wieder sehen. Deine Rosen sind wonnig, sie stehen in meinem Zimmer und ich freu mich darüber. –

Ich werde jetzt auch eine Liste machen an Sachen, die wir notwendig für die Wohnung brauchen, damit wir nicht die Hälfte vergessen und es so tropfenweise nachher geht. Es liebt Dich mehr denn je Deine

Lini.

Die oben erwähnte Ilse L. ist die Mutter meines Patenonkels – nach ihrer Abstammung eine Jüdin. Wie es ihr damals gegangen sein mag?

Besonders interessant finde ich die Reiseroute zum Gut über Ludwigslust. Habe soeben beschlossen, morgen die gleiche zu nehmen. 

23.07.1936: Mein lieber Puck! (Leni)

Nachdem ich im November das Gut besucht habe, lässt es mir keine Ruhe. Am liebsten würde ich mich für einige Wochen mit dem Computer und den ganzen Ordnern dort verkriechen, um Ordnung in den ganzen Klumpatsch zu bringen. Die Idee ist momentan aber nicht praktikabel – ich suche noch nach einer Lösung. Einstweilen flüchte ich dieses Wochenende gemeinsam mit meinen Kindern aus unserem Haus, in dem dann endlich die Treppe gestrichen wird. Großartigerweise können wir auf dem Gut unterkommen und dort auch bei schlechtem Wetter ganz bestimmt ein schönes Wochenende verleben. Floßfahren wird wohl nicht drin sein, auch ein Ausflug zum besagten See ist wohl utopisch. Ganz sicher werden wir aber zu Papas (hinten betont, nicht vergessen!) Grab gehen und den Wald unsicher machen – in der mulmigen Gewissheit, dass dort einst kurzzeitig ein KZ stand. 

Ich mache es also wie Leni seinerzeit und verkünde: “Das Wochenende verbringen wir auf dem Gut.” :)

N., den 23. Juli 36

Mein lieber Puck!

Ich hoffte heute bestimmt einige Zeilen von Dir zu bekommen, aber leider ist daraus nichts geworden. Gleich fährt Albrecht nach Teutendorf und nimmt Götze bis Güstrow mit, der dies wieder mit nach Hamburg nimmt, sie sind schon vorgefahren. Heute morgen haben wir einen sehr grossen Spaziergang gemacht, zum See X [ca. 3 km Luftlinie entfernt] unter anderem, bis eben wurde dann auschliesslich gebadet und gesonnt, zum Fischer hin und zurück geschwommen, die Kinder wurden vom Floss aus ins Wasser gehalten, einmal drohte es fast umzusinken, als Hermann und alle auf einer Seite standen, das Geschrei war natürlich gross.

Mein Lieb, ich freu mich so auf den Moment, wenn Du erst hier bist, und wieder möchte ich Dich sehr bitten, nicht so spät zu kommen, denn zu um 7 ½ mussten wir die Nachbarschaft am Sonnabend einladen, Frau H. hätte sich sonst selbst mit ihrem Besuch eingeladen, was sowieso schon ziemlich der Fall ist, es war leider nicht zu umgehen. Hoffentlich ist es für Dich nicht solche Hätze, mein Puck.

Für heute genug. Albrecht will jetzt starten. Sonntag kommt er eventuell wieder. Was meinst Du, wenn ich Montag mit Dir nach Hamburg fahre? Puck ich hoffe bestimmt morgen von Dir zu hören, sonst bin ich wirklich sehr traurig.

Es liebt Dich sehr Deine

Leni.

Wer Hermann ist, weiß ich gerade noch nicht. Mein Informand wird sich hoffentlich bald melden.