Zärtliche Ziehung der glücklichen Gewinnerin

Die aufregende Auslosung steht an! Das fulminante Finale! Das begeisternde Buch wird verlost.

Zettel mit Namen

Teilnehmerinnenloszettel

Lose in Mütze

Teilnehmerinnenloszettel in Losmütze

Kleine, klebrige Kinderfinger nähern sich der magischen Mütze.

Kinderhand, die in Mütze greift

Kinderfinger in Losmütze

Und gewonnen hat:

Kinderhände mit Los

Kinderfinger falten Loszettel auf

Martinazettel

Martina Bloch!

Herzlichen Glückwunsch! Wir benachrichtigen Dich auch gleich noch per E-Mail.

“Hamburg abseits der Pfade”: Interview mit Cordula Natusch

Cordula Natusch: Hamburg abseits der Pfade. Braumüller Verlag, 978-3-99100-155-3

Meine Freundin Cordula hat ein Buch geschrieben. Einen Reiseführer. Über Hamburg. Gähn!, denkt der ein oder andere, Hamburg kennen wir inzwischen doch ganz gut, was soll es da noch geben, überhaupt, PFADE, und die soll man dann AUCH NOCH verlassen, das kann ja nur im Matschchaos enden.

Ja, denkste.

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Nostalgiebetten – Bett 3a

Ich weiß nicht, wie oft ich bei ihr übernachtet habe. Meine beste Freundin war eine Klasse über mir, wir kannten uns aus dem Kindergarten, hatten uns in der Grundschule kurzzeitig aus den Augen verloren und fanden uns dann beim Schwimmen wieder, als wir gewisse gemeinsame Nicht-Begabungen feststellten, was die hohe Schwimmkunst angeht – den eleganten Sprung vom Drei-Meter-Brett, nämlich. Weiterlesen

“Eine Art Paradies”: Interview mit Ralph Dohrmann

Heute sprechen wir mal über Entschleunigung. Ralph Dohrmann ist auf dem Gebiet Experte, wenn mich nicht alles täuscht. Zur Blogtour vor einem guten Monat hätte das Interview mit ihm erscheinen sollen, jetzt ist es da. Hurra, hurra! Allerdings noch ohne die zusätzlich von Euch gestellten Fragen. Gemach, Leute, wir haben Zeit. Eins nach dem anderen.

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Nostalgiebetten – Bett 1

Ich habe ein Exemplar von „Mein Leben in Häusern“ bekommen und es fürs Buch-Magazin rezensiert (erscheint im November). Ich stehe auf Nostalgie, sie darf ruhig triefen und mich zum Weinen bringen. Margaret Forster hat mich nicht be- oder gerührt, das fand ich schade, denn das Buch ist an sich wirklich schön. Vielleicht liegt es aber auch an mir und ich bin einfach besonders emotional, was die Bleiben meiner Vergangenheit angeht.

Buch im Bett

“Mein Leben in Häusern” von Margaret Forster

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Instagram-bloggerfuerfluchtlinge

Fluchthände

Nein, dies wird kein Bericht über meine Hände, nicht primär. Meinen Händen geht es noch immer gut.

Ich war im Zug, München-Hamburg.  Naja, erst war ich im Zug nach Berlin, ich war wohl mental nicht richtig anwesend, also von Pasing zurück zum Hauptbahnhof und nur wegen der sensationellen Minute Verspätung des Hamburgzugs habe ich es doch noch geschafft, den Heimatexpress zu erwischen. Im Zug war ich weiterhin geistig in anderen Sphären, korrigierte aber immerhin Rätsel und schlief vor mich hin. Irgendwo mitten in Deutschland setzte sich jemand neben mich. So weit, so uninteressant.

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Flucht – vor 70 Jahren und heute

Dieses Blog ist entstanden, weil ich eine Motivation brauchte, die vielen, vielen Briefe aus dem Nachlass meiner Großmutter lesbar zu machen. Die eindrücklichsten dieser Briefe handeln von der Flucht. Eine Flucht über lächerliche 147 km, die trotzdem fast zwei Monate dauerte und ein Menschenleben kostete. Gestern vor 70 Jahren erhielt meine Großmutter nach Monaten der Ungewissheit ein Lebenszeichen von ihrem Mann Friedrich. Es sollte noch bis zum 17.9. dauern, bis sie ihm einen Antwortbrief schreiben würde.

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Rückkehr – Leni bloggt (10)

Seit dem 1. Mai 1945 befindet Leni sich mit ihren beiden älteren Kindern in Schwerin im Krankenhaus. Um sie herum tobt das Chaos, in ihr drin ebenso. Ein Kind beerdigt, eins zurückgelassen, keine Nachricht vom Ehemann. 

Was hätte ich denn machen sollen? Es hat keinen Sinn, sich Vorwürfe zu machen, was passiert ist, ist passiert. Jetzt ist die Frage, wie es weitergeht. Es ist unmöglich, zu dem Gut zurückzukehren, auf dem ich Hans zurückgelassen habe. Ich habe es versucht, wieder versucht, noch einmal versucht.

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Gefangenschaften – Leni bloggt (9)

Nachdem Leni kurz vor Kriegsende ihren jüngsten Sohn zurücklassen und den zweitjüngsten zu Grabe tragen musste, sitzt sie nun mit den beiden großen Kindern in Schwerin im Krankenhaus fest. Die siebenjährige Helene hat es besonders schlimm erwischt, noch ist nicht daran zu denken, nach Hamburg weiterzuziehen. Die Strecke muss zu Fuß bewältigt werden, Transportmittel sind knapp.

Hätte Leni bloggen können …

Das Wetter ist wunderschön, die Sonne scheint und ich verbringe mit den Kindern so viel Zeit wie möglich außerhalb vom Krankenhaus. Hoffentlich können wir bald los, ich fühle mich hier wie gefangen. Ich habe weder von Friedrich Neuigkeiten, noch von Paulina oder von meinem kleinen Hans. Ob Paulina in Hamburg angekommen ist? Wenn Friedrich dort wäre, würde er sicher herkommen. Ich weigere mich, mit dem Schlimmsten zu rechnen, denn wenn etwas in diesem Chaos funktioniert, dann doch die Zustellung der Benachrichtigungen, wenn ein Soldat gefallen ist. Vielleicht sitzt er längst auf dem Gut und wartet auf uns.

Hätte Friedrich bloggen können …

Es ist so sinnlos, hier auf dem Gut herumzusitzen. Aber vor ein paar Wochen hat man mich kurzerhand zum Bürgermeister dieses Kaffs gemacht, ich sei hier schließlich der einzige Nicht-Nazi, hat es geheißen. Ich lasse die Flüchtlinge auf die Häuser verteilen, aber es ist unmöglich, gegen die Ströme anzukommen und für jeden, der weiterzieht, kommen drei nach.

Am Ende der Allee tauchen die Russen auf. Ich stehe vor der Tür. “Du, mitkommen!”, sagen Sie. Der Gewehrlauf überzeugt mich.

Vom Bürgermeisteramt in die russische Gefangenschaft. Der Krieg ist noch lange nicht vorbei.

Beerdigungen – Leni bloggt (8)

Die Waffen schweigen. Der Krieg ist vorbei. Aber ich kann mich nicht richtig freuen. Helene geht es noch immer nicht gut, sie liegt in dem überfüllten Krankenhaussaal und wir können nicht nach Hamburg weiter. Klaus geht es besser, aber auch er ist geschwächt.

Ich möchte endlich meinen kleinen Hans holen und Christian beerdigen. Ich lasse die verzweifelten großen Kinder zurück und schlage mich nach Osten durch. Überall finden Aufräumarbeiten statt, Leichen werden begraben. Ich muss mich beeilen. Irgendwo muss das kaputte Auto doch zu finden sein. Das Auto, in dem Christian liegt.

Und ich finde es.

Ich trage den kleinen Menschen auf ein Feld und begrabe ihn abseits der Massengräber. Ich präge mir den Ort genau ein. Doch als ich mich zum Gehen wende und die Straße erreiche, kommen mir Zweifel. Noch einmal zurück. Da ist das Grab.

Nun muss ich weiter nach Osten, immer gegen den Strom, der deutlich abnimmt. Ich will zu meinem Jüngsten, der seit über einer Woche auf mich wartet. Von einem amerikanischen Soldaten habe ich einen Passierschein bekommen, doch wieder scheitere ich am Russen. Hier stehe ich und kann nicht zu meinem Sohn. Zwei Kinder auf der einen, eins auf der anderen Seite. Das Risiko ist zu groß. Ich kehre nach Schwerin zurück.

Auf dem Weg noch einmal zu Christians Grab. Doch das Autowrack ist fort, alle Felder sehen gleich aus. Ich finde ihn nicht.

So sah Lenis Kriegsende aus. Ihr Mann Friedrich ist unterdessen aus der russischen Gefangenschsft geflohen und unterwegs nach Norden, zum Gut.

Tagsüber verstecken, nachts zu Fuß durch den Wald. Ich orientiere mich am Nordstern. Der Hunger ist übermächtig, aber ich muss weiter. Noch in der Dunkelheit grabe ich mich im Laub ein, damit mich niemand entdeckt. Dann, eines morgens höre ich Gelächter.

Das Unfassbare ist geschehen.

Ich habe mich mitten in einem russischen Biwak versteckt. Mongolisch aussehende Soldaten stehen um mich herum, fuchteln mit Pistolen. Ich lache mit ihnen, was bleibt mir übrig? Man wirft mir ein Stück Brot zu, dann stutzt der eine und deutet auf meine Hand. Den goldenen Ehering wollen sie haben.

“Der geht nicht ab”, sage ich und ziehe mir am Ringfinger. Mein Gegenüber zückt einen Dolch. Auf wundersame Weise lässt sich der Ring nun doch vom Finger ziehen.

Und dann stehen wir da. Pistolengefuchtel.

Ich bin ganz ruhig.

Das Gefuchtel wird stärker und schließlich begreife ich, was der Mann von mir will: Ich soll abhauen.

Ich haue ab. An diesem Tag ist an Schlaf nicht zu denken.

Und dann, endlich, erreiche ich den kleinen Ort am Gut.

“Wissen Sie etwas über meine Familie?”, frage ich die Erstbeste. “Die vom Gut? Die sind alle tot”, lautet die Antwort.

Es ist nicht mehr weit, durchhalten, es kann nicht stimmen, was die Frau gesagt hat. Ich erreiche das Gut nach insgesamt mehr als 100 km zu Fuß.

Menschen mit durchgeschnittenen Kehlen. Das Herrenhaus ist vollkommen verwüstet. Nach und nach erfahre ich, was passiert ist.

Der Besitzer habe seine Familie erschossen. Nein, das kann nicht sein. Das wäre ja ich gewesen. Oder Albrecht. Dann war es der Verwalter. Sich und seine Frau wollte er auch töten, doch beide haben überlebt. Und die wahren Besitzer? Wo ist Leni, wo ist meine Schwägerin Elfi? Wo die Kinder?

Schulterzucken. Vielleicht sind sie noch rechtzeitig geflohen. Nein, von hier aus kommen Sie jetzt nicht mehr nach Westen.

Im Bootshaus finde ich eine Angel. Ich begrabe herumliegende Leichen, meine Familie ist nicht dabei.

Ich brate mir Fisch.