Nostalgiebetten – Bett 4a

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, es geschah etwas Unvorhergesehenes. Das stimmt tatsächlich, passierte aber erst in den Osterferien. Nach den ersten beiden Trimestern also. In jedem Trimester hat man mittig eine Woche frei (half-term), außerdem gibt es Wochenenden, an denen alle nach Hause fahren (exeat, sprich: eks-i-ät). Ich fuhr hierhin und dahin, zu meinen Guardians (den Verantwortlichen vor Ort) aber dann doch eher selten, sondern meistens zu meinem Bruder.

Er hatte in einem Kaff, das den Namen mehr als verdiente, gerade angefangen, Illustration zu studieren und bewohnte ein Zimmer im Haus einer Kommilitonin. Sein Zimmer war das Ex-Elternschlafzimmer der Vorbesitzer, daher glänzte es mit allerhand grauen Einbauschränken mit weißen Leisten. Vor allem aber mit einem großen Kleiderschrank mit getönten Spiegeltüren. Interessante Möglichkeit, das blasse Schlafgesicht für braungebrannt zu erklären.

Jugendliche auf Bett

Meine Güte, wat waren wir jung

Das Bett allerdings war ein schmales, über das schräg eine Hängematte hing. Ich glaube fast, ich hab mal versucht, darin zu schlafen, war aber Quatsch. So zog ich auf ein Lager zwischen Bett und niedrigen Schränken, wir legten allerhand unter mich und anschließend die Hängematte als Decke auf mich. Das Haus war halbwegs neu und die Temperaturen erträglich.

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Wenn ich da lag, hatte mein Bruder den Tag um die Ecke mit Malen und Zeichnen verbracht, ich war mal vorbeigekommen und hatte ansonsten mutmaßlich ferngesehen und nichts für die Schule getan, mittags gab es Nudeln mit Käsesauce. Einmal gingen wir den Hockeyplatz suchen, denn mein Bruder war ein begeisterter Hockeyspieler und suchte einen Verein. Wir nahmen das mit dem „Suchen“ etwas zu ernst und verliefen uns hingebungsvoll in einem Ort, in dem das rein aus Platzgründen eigentlich gar nicht möglich war, fanden weder Hockeyplatz, noch den Weg nach Hause, aber irgendwann dann wohl doch, jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, dortselbst auf der Straße genächtigt zu haben.

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