“Die wunderbare Welt des Kühlschranks …”: Interview mit Alain Monnier

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Gewinne, Gewinne! Im Rahmen der Blogtour um das folgende wunderbare Buch, dem es wahrlich an nichts mangelt, können fünf von Euch ein Exemplar gewinnen. Es geht um “Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe”, bei Arche erschienenen und von Lis Künzli übersetzt. Geschrieben hat den Roman Alain Monnier, ein auf neue Technologien spezialisierter Ingenieur.

Bei einem Kühlschrank handelt es sich nun nicht unbedingt um neue Technologie, aber es ist doch viel dran, das nicht funktionieren kann. Außerdem befindet sich Freon in seinem Kreislauf. Im Kühlschrankkreislauf. Ja, man lernt auch was in dem Buch, mehr aber über die Liebe als über Kühlschränke. So sehr mangelt es auch gar nicht an Liebe. Auch mangelt es nicht an Kühlschränken, vor allem nicht in Maries Wohnung.

Ich habe Alain Monnier ein paar Fragen zum Buch gestellt, und er hat bereitwillig geantwortet.

Lieber Monsieur Monnier, danke, dass Sie dieses Buch geschrieben haben. Hatten Sie Spaß mit Marie?

Ja, ich hatte viel Spaß mit Marie, als ich das Buch geschrieben habe. Ihr Charakter und ihre Energie gefallen mir sehr gut.

Die Geschichte des Kühlschranks beginnt mit einem recht simplen Problem, das immer komplizierter und am Ende vollkommen abgedreht wird. Bis zu welchem Punkt glauben Sie, dass die Geschichte wahr sein könnte?

Ich meine, dass das Eintreffen der verschiedenen Kühlschränke noch plausibel für den Leser ist (hoffe ich jedenfalls!). Ich glaube, dass es im „wahren Leben“ einen Moment gegeben hätte, an dem Marie „es reicht!“ gesagt hätte. Vielleicht hätte sie dem Kühlschrank aus den Niederlanden den Einlass in ihre Wohnung verwehrt.

Marie, am Anfang noch voller Energie, wird mit der Zeit immer passiver. Man findet diesen Mangel an Emotionen auch in ihrem Sexualleben. Ist es ihre Passivität, die ihre Sexualität beeinflusst oder wird sie aus Mangel an Freude lustlos?

Ich glaube, dass sie von dem, was ihr passiert, erdrückt wird, von dieser Gesellschaft, in der die Waren, das Marketing, der Werberummel uns die Zeit und manchmal unsere freien Gedanken stehlen. Dadurch verliert sie nach und nach ihre Widerstandsfähigkeit und akzeptiert das Schicksal, das es anscheinend auf sie abgesehen hat.

Was ihr Sexualleben angeht, folgt sie dem umgekehrten Weg: Passiv und wenig interessiert am Anfang der Geschichte – was mit ihrem Liebhaber passiert, ist äußerst unenthusiastisch! – wendet sie sich der Liebe zu und entdeckt dadurch die Freude am Sex durch eine echte Liebesbeziehung. (Was mir als eigentlicher Widerstand gegen die Welt um uns herum erscheint und gegen die Darstellung von Sex, wie die Welt ihn uns darstellt.)

An einer Stelle erwähnen Sie das „heterosexuelle Paar vom Ersten [Stock]“. Normalerweise wird ja immer nur Homosexualität angemerkt. Warum haben Sie sich entschieden, von dieser Regel abzuweichen?

Das war Humor: In den Medien wird viel über Homosexualität gesprochen – so viel, dass es mir schien, dass Heterosexualität bald erwähnenswert wird!

Das in Verbindung mit den völlig irren Kundgebungen, die in Frankreich in Verbindung mit der gleichgeschlechtlichen Ehe stattfanden. Ich muss sagen, dass mich die Heftigkeit der Reaktionen überrascht hat, während ich, als ich das Buch schrieb, eigentlich dachte, diese Fragestellungen hätten sich beruhigt und normalisiert …

Sie haben das Buch in Ihrer Küche geschrieben. Schreiben Sie all Ihre Bücher dort oder war das nur, um dem Kühlschrank näher zu sein?

Ich schreibe oft in meiner Küche, die ein lebhafter, recht großer und lichtdurchfluteter Raum ist, und die von 5 bis 7 Uhr morgens „mir gehört“. Ich kann mir Kaffee kochen und mir kleine Aufmunterungen aus dem Kühlschrank holen, der übrigens sehr gut funktioniert!

Im Aufmunterungsbedarf ist der Gang zum Kühlschrank nicht grundsätzlich falsch

Im Aufmunterungsbedarf ist der Gang zum Kühlschrank nicht grundsätzlich falsch

Der französische Titel des Buches („Givrée“) ist perfekt. Was halten Sie vom deutschen Titel? („Die wunderbare Welt …“ erinnert, besonders im Deutschen, an „Die fabelhafte Welt der Amélie“.)

Der französische Titel ist ein Wortspiel, das es im Deutschen nicht gibt: „Givrée“ hat im Französischen zwei Bedeutungen: 1. sehr kalt, 2. verrückt

Deshalb finde ich, dass die Übersetzerin zurecht das Problem umgangen ist, und mir gefällt „Die wunderbare Welt des Kühlschranks“ ungemein!

Der Schriftsteller. Er weiß, dass Marie gelogen hat. Lügt sie so schlecht oder hat er eine so gute Menschenkenntnis?

Nicht alle Männer sind Holzköpfe … und mein Held hat eine gute Intuition. Außerdem kennt und liebt er Marie schon seit Langem: Er kann sie leicht einschätzen.

Wann kommt das Ersatzteil?

Es wird kommen, so viel ist sicher, aber vielleicht ist es das Modell ND2405c, obwohl das ND2403c benötigt wird, und dann wird man es zurückschicken müssen.

Eine letzte Frage. Es ist neun Jahre her, dass das Original in Frankreich erschienen ist. Waren Sie überrascht, dass es nun eine deutsche Übersetzung geben wird?

Es sollte früher übersetzt werden, aber einige Umstände haben sie ein paar Jahre zurückgeworfen. Ich bin sehr zufrieden, dass es das Buch jetzt auf Deutsch gibt und ich bin sehr neugierig, wie es von den Lesern angenommen wird.

Vielen Dank für Ihre Antworten.

Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit für meinen Roman genommen haben. Danke.

Die verschiedenen Beiträge der Blogtour seht Ihr unten. Aber zunächst einmal dürft Ihr meine Frage beantworten, um an der Verlosung teilzunehmen:

Was für ein Verhältnis habt Ihr zu Eurem Kühlschrank? Seht Ihr in ihm nur einen “stummen Diener” oder bedeutet er mehr für Euch? Füttert Ihr ihn gut? Könnt Ihr Euch ein Leben ohne Kühlschrank vorstellen?

16.4. Buchvorstellung: Katja

17.4. Charaktere: Ina

18.4. Interview: Da seid Ihr gerade.

19.4. Dschungel Service-Wüste: Bianca

20.4. Der  Kühlschrank  und das Thermostat: Verena

21.4. Gewinnerbekanntgabe. Gewinnen könnt Ihr fünf Print-Bücher. Ausgelost wird unter allen kommentierenden Bewerbern auf allen teilnehmenden Blogs.

Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis des Erziehungs/Sorgeberechtigten

  • Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt  zu werden (Gewinnerpost) und dass ihre Adresse dem Verlag zwecks Gewinnversand übermittelt wird.
  • Keine Barauszahlung der Gewinne möglich.
  • Keine Haftung für den Postversand
  • Versand der Gewinne innerhalb Deutschland – Österreich – Schweiz.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

16 Gedanken zu „“Die wunderbare Welt des Kühlschranks …”: Interview mit Alain Monnier“

  1. Hallo und guten Tag,

    O.K. mein Kühlschrank ist ein Gerät zum Kühlen und Aufbewahren von gekochtem , fertigen, rohen und sonstigem Essen.

    Und somit kommen da bei mir zumindest auch keine Gefühle auf wenn ich an das Wort “Kühlschrank” denke.

    Sorry und gut ist es damit für mich.

    Bin aber gespannt, ob andere Leute hier eine andere Einstellung zum Kühlschrank haben..augenzwickern..

    LG..Karin..

  2. Hallo,

    ein tolles Interview. Kann mir vorstellen, daß es nicht einfach war, einen passenden deutschen Titel zu finden.

    Und der heutigen Zeit kann ich mir ein Leben ohne Kühlschrank nicht vorstellen. Bei uns muß er immer gut bestückt sein, ein besonderes Verhältnis habe ich nicht zum Kühlschrank.

    Wünsche ein schönes sonniges Wochenende.
    LG Sonja

  3. Guten Morgen!
    Sehr interessantes Interview! Am besten gefällt mir die Aussage, dass nicht alle Männer Holzköpfe sind und dass man in einer Zeit lebt, in der man humorvoll auf das heterosexuelle Paar hinweist!
    Das Buch passt zum Autor bzw. der Autor passt zum Buch! Dir eine schönes Wochenende! LG Verena

  4. Für mich ist mein Kühlschrank mein stummer Diener. Ich befülle ihn und er gibt mir, wann ich es möchte, was ich brauche.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  5. Hallo,

    ich könnte mir nicht vorstellen, auf den Kühlschrank zu verzichten. Unser Kühlschrank ist immer befüllt und etwas für jeden Geschmack etwas dabei. Wir kühlen darin unser Obst, Gemüse, Milchprodukte …
    Aber Gefühle habe ich keine, für mich ist er ein praktisches Gerät ;)
    Der Titel ist klasse und hat meine Neugier geweckt.

    Ein schönes sonniges Wochenende und liebe Grüße
    Petra

  6. Hi,

    ein tolles Interview, vielen Dank!

    Ok, ein Leben ohne Kühlschrank wäre bestimmt machbar, aber unschön. Ich bin schon sehr froh, dass es diese Erfindung gibt :)
    Bestückt ist unserer “mittel” würde ich sagen, aber eine besondere Beziehung hab ich nun leider nicht :(
    Vielleicht geb ich ihm zumindest Mal nen Namen für den Anfang :D Aber ähhhh nö, da will mir spontan auch nichts einfallen. Ich geh mal in mich :D

    LG
    Jacqueline

  7. hallo :o) wie ich zu meinem kühlschrank stehe….. tja, er ist da, er kühlt mir die wurst und die cola. gefüllt ist er eigentlich immer gut. ja auch mit gesundem.
    und ich würde ihn sicher vermissen wenn er nicht da wäre. bei uns ist einmal der strom ausgefallen. da merkt man erstmal wie abhängig man von dem guten stück ist.
    aber eine wirklich tiefe beziehung die gar religiös gefärt wäre habe ich zu meinem kühlschrank nicht.

    das interview hat mir gut gefallen. besonders die stelle mit dem hetero-pärchen. wir haben uns schon oft überlegt uns t-shirts drucken zu lassen. aufschrift wäre dann: heterosexueller, rauchender, fleischesser.

    lg anja

  8. Hallo,

    witzige Frage. Ich bin froh, dass er entwickelt wurde ansonsten gäbe es große Probleme mit der Kühlung von Lebensmitteln. Ansonsten bedeutet er mir nicht mehr.

    Lg Bonnie

  9. Hallo!
    Interessantes Interview!
    Ich habe zwei Kühlschränke,da wir ein vier und manchmal 5 Personen Haushalt sind.Ich kaufe auch gerne Angebote auf Vorrat dafür sind 2 Kühlschränke echt super!Ein besonderes Verhältnis zum Kühlschrank habe ich nicht.Heutzutage kann ich es mir aber auch nicht mehr vorstellen ohne Kühlschrank zu sein.
    LG Marina

  10. Ein Leben ohne Kühlschrank wäre für mich nicht vorstellbar schon alleine weil ich viel Fleisch esse und das.Muss halt kühl gelagert werde. Ich liebe meinen Kühlschrank

  11. Interessantes Interview! Der Originaltitel ist natürlich super, aber der deutsche Titel passt gut in unsere derzeitige Bücherlandschaft.
    Mein Kühlschrank wird gut gefüttert, ich bin froh, dass ich ihn habe und manchmal überrascht er mich mit seinem Inhalt :-) Zur Zeit steht er bei der Umgestaltung meiner Küche etwas im Weg und passt nicht so richtig ins Konzept…
    Viele Grüße, Marina
    Holdemaide(At)GMx.de

  12. Hallo und vielen Dank für das Interview!
    Es hat mir sehr viel Spaß gemacht es zu lesen.
    Ob ich ohne Kühlschrank leben könnte? Ich denke nicht – viel zu gerne trinke ich Milch, esse Joghurt und Quark oder ein gekühltes Stückchen Schokolade im heißen Sommer. ;)
    Im Winter könnte man – denke ich – auch einiges auf der Terasse oder dem Balkon lagern…aber im Sommer ist er einfach sehr wichtig.
    In meinem Kühlschrank herrscht eine penible Ordnung und er wird einmal in der Woche gründlich ausgewischt – und an der Tür pappen gaaaanz viele Fruchtzwergmagneten der vergangenen 15 Jahre *grins*
    Liebe Grüße, Verena.

  13. Huhu!

    Auch diese Blogtour habe ich verfolgt, weil das Buch einfach nur klasse war. Das Interview ist genial. Alain Monnier sehr sympathisch, oder?

    LG Mone

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