Fremde Länder und Sprachen - genau mein Ding

“Hier, dort und anderswo” von Andrea Behnke

Fremde Länder und Sprachen - genau mein Ding

Fremde Länder und Sprachen – genau mein Ding

Ja, ich habe bereits ein Buch von Andrea Behnke rezensiert. In dem ging es ums Großwerden. Diesmal ist das Thema „Kindergeschichten rund um die Welt“. Da ich selbst viel Zeit im Ausland verbracht habe, versuche ich meinen Kindern ein Gefühl dafür zu vermitteln, dass die Welt nicht überall gleich aussieht. Da das Buch für 4- bis 8-Jährige konzipiert ist, habe ich meine Kinder gleich drauf angesetzt.

Ungefähr da ist Afghanistan

Ungefähr da ist Afghanistan

Vor Kurzem wohnte eine Afghanin in unserer Straße, mit der meine Tochter (5) in der Vorschule sofort Freundschaft schloss. Sie war mit der Herzbrücke nach Deutschland gekommen, ihre Zeit hier war also begrenzt. Das Interesse meiner Tochter an fremden Kulturen ist durch diese Begegnung stark gewachsen – obwohl der Abschied sehr schmerzhaft war und noch ist.
Den Sohn (4) interessiert vor allem, wo das jeweilige Land auf der Weltkarte zu finden ist. Praktischerweise gibt es eine im Buch, auf der die Länder verzeichnet sind, um die es geht (Deutschland eingeschlossen).

Das Buch besteht aus zwei Teilen mit je fünf kurzen Geschichten: In den „Geschichten von hier“ geht es um Kinder mit Migrationshintergrund, die in Deutschland leben. Kimons Opa sehnt sich nach Griechenland, Jamila hat eine andere Hautfarbe. Mit Hayet feiern wir das Ende des Ramadan.
Die „Geschichten von anderswo“ erzählen von Kindern in fernen Ländern. Wir erfahren, wie Naoki in Japan für seine Prüfung lernt, während Leandro in Brasilien am Straßenrand Maiskuchen verkauft. Wir gehen in einen hinduistischen Tempel und wir feiern das Kirschblüten- und das Zuckerfest.

"Ist das in Afrika?"

“Ist das in Afrika?”

Nach jeder Geschichte werden Fragen zum Text gestellt. Während die Kinder mit Ausmalbildern und Bastelarbeiten beschäftigt sind, liefern „Redeanlässe“ Impulse, um das gerade Gehörte zu vertiefen. So kann das Kind Vergleiche zu seinem eigenen Leben ziehen. Da wir uns in letzter Zeit viel mit der Situation in Afghanistan beschäftigt hatten, kamen die Geschichten aus Kenia und Brasilien besonders gut an. Die Tatsache, dass nicht jedes Kind automatisch zur Schule gehen kann, hat meine Kinder extrem schockiert. Da konnte selbst die Aussicht auf einen sehr langen Schulweg nicht mithalten – lieber lange zu Fuß gehen müssen, als nicht zur Schule gehen dürfen.

"Darf ich das Buch in deinem Arbeitszimmer lesen?"

“Darf ich das Buch in deinem Arbeitszimmer lesen?”

Die Geschichten greifen typische Klischees aus den jeweiligen Ländern auf. Das könnte man anprangern, aber für diesen Zweck ist es sinnvoll. Es geht darum, den Kindern ein Gefühl dafür zu vermitteln, dass es woanders eben anders aussieht (und dass es deswegen nicht unbedingt schlechter ist) – und dass die Kinder doch überall irgendwie gleich sind.
Ich höre jetzt öfter Fragen wie „Müssen die Kinder in Afrika auch ins Bett?“, „Essen die Japaner Sushi zum Frühstück?“ – die Geschichten haben also offenbar einen Nerv getroffen.

Mehr über die Autorin und ihre weiteren Bücher erfahrt Ihr hier, dort findet Ihr auch eine Leseprobe.