Kategorie-Archiv: Bücher

Rezensionen, Lieblingsbücher usw.

Blogtourgewinnerinnenbekanntgabe

Liebe BlogtourgewinnspielteilnehmerInnen,
es ist so weit. Wir haben uns über Eure zahlreiche Teilnahme gefreut, dafür dürfen sich fünf von Euch jetzt über ein Buch freuen. (Hatte ich erwähnt, dass es ein richtig gutes Buch ist? Ja? Naja, egal, man kann es nicht oft genug sagen.)
Die Glücklichen sind:

 

Beate Tinney

Mel-anie

my Danny

Susy

Barbara Perfahl

Herzlichen Glückwunsch!

Bitte schickt Eure Postadresse  an Katja Koesterke: netzwerkagenturbookmark@gmail.com Betreff: “True Crime“.

Alle anderen sollten jetzt keine Zweifel mehr haben, welches Buch sie sich als Nächstes kaufen.

Wir hoffen, Ihr hattet alle viel Spaß und wir konnten Euch neugierig aufs Buch machen.

“True Crime”: Interview mit Sam Millar

Gewinne, Gewinne! Im Rahmen der Blogtour um  ”True Crime” (rezensiert habe ich es hier) verlosen wir unter allen eingegangenen Kommentaren fünf Ausgaben des Buches. Dazu müsst Ihr nur in den Kommentaren die Frage beantworten, die am Ende des Interviews steht. Aber lassen wir zunächst Sam zu Wort kommen.

10407244_816608265066129_5172441370724114078_n

Weiterlesen

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Bücher im Original – eine halbe Rezension (Sam Millar: True Crime)

Seien wir ehrlich: In meinem Romanregal gibt es mehr deutsche als fremdsprachige Bücher. Das ist ziemlich logisch, denn immerhin bin ich Deutsche und wohne in Deutschland. Knapp sechs Jahre habe ich in anderen Ländern verbracht, das spiegelt sich ziemlich genau in meinem Bücherbestand. Wenn ich es kann, lese ich Romane gern im Original. Weil ich es kann. Ich störe mich nicht an einer guten Übersetzung, aber ich frage mich dann eben manchmal, wie etwas im Original gewesen ist. Stand da Dialekt? Wurde der Ausdruck erklärt?

Isabel Bogdan, die reizende Übersetzerin, hat mal irgendwo gesagt, dass sie Bücher nur noch in deutscher Übersetzung liest, weil sie sonst in Gedanken mitübersetzt. Bei mir liegt das Problem also andersrum. Bei Filmen geht es mir genauso.

Seit ich viel rezensiere, lese ich fast nur noch deutsche Bücher, egal ob von deutschen Autoren oder in Übersetzung. Ich finde das in Ordnung, denn sobald ich ins Ausland fahre, decke ich mich sowieso mit fremdsprachiger Literatur ein. Manchmal denke ich beim Lesen einer Übersetzung, dass ich das Buch gern mal im Original lesen würde. Habe ich es schon getan? Einmal, glaube ich.

Und nun lag dieses Rezensionsexemplar auf meinem Tisch. “True Crime” von Sam Millar. Ziemlich dick, gut 400 Seiten. Auf Deutsch. (Der englische Titel ist “On the Brinks”.) Eine wahre Geschichte. Sam Millar, Nordire, Mitglied der IRA, jahrelang unter widrigsten Bedingungen in den H-Blocks gefangen (allgemeine Infos dazu gibt es hier), später in New York illegaler Casinobetreiber, Comicladenbesitzer und, äh, ja, dann hat er auch noch die Geldtransportfirma Brink’s überfallen.  Insgesamt also ein in Autorenkreisen eher ungewöhnlicherer Lebenslauf.

Angepriesen wird das Buch als “die unfassbare Geschichte eines der größten Raubüberfälle aller Zeiten” und das stimmt auch. Weniger der Raubüberfall, der ist erst in der zweiten Hälfte Thema. Aber “unfassbare Geschichte”, ja. Dieser Mann ist so unfassbar konsequent. Keine Rechtfertigungen, keine Angeberei. Es sind die harten Fakten, die ich um die Ohren (bzw. Augen) gehauen bekomme, und die sind härter als der Zellenboden. Die Geschichte ist brutal und ich bin geneigt, mir zu wünschen, dass Sam damals seinen Protest aufgegeben hätte, um sich die Konsequenzen zu ersparen. Aber nein, aufgeben ist nicht. Was absolut richtig ist. Und ich frage mich, wie sehr die Gefängnisproteste in Nordirland damals in den deutschen Medien erwähnt wurden. Die Schlacht von Long Kesh 1974 (da war Sam 19!) und später der Hungerstreik, der 10 Menschen das Leben kostete. Dass Partei für die IRA-Terroristen ergriffen wurde, kann ich mir kaum vorstellen.

Sams Nemesis unter den Wärtern war "Warzenschwein". Meine Leuchtsau wird dem nicht gerecht, das weiß ich.

Sams Nemesis unter den Wärtern war “Warzenschwein”. Meine Leuchtsau wird dem nicht gerecht, das weiß ich.

Und ich frage mich, wie Menschen aus ihrer Überzeugung so viel Kraft schöpfen können.* Und ob ich das wohl auch könnte. Und dann fällt mir Elie Wiesel ein, der auch im Buch zitiert wird. Es wird unglaublich viel zitiert, an jedem Kapitelanfang stehen mindestens zwei Zitate, was ich sonst nicht schätze, aber in diesem Buch ist alles anders. Nach dem Buchkonsum habe ich noch einmal alle Zitate gelesen. Wie Illustrationen zur Geschichte. Jedenfalls hat Elie Wiesel etwas gesagt, das jetzt gerade zur Befreiung von Auschwitz auch wieder zitiert wurde und das nicht oft genug zitiert werden kann.

Ich habe geschworen, niemals zu schweigen, wann immer und wo immer ein Mensch zu leiden hat oder gedemütigt wird. Wir müssen uns immer für eine Seite entscheiden. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Schweigen ist dem Peiniger Zuspruch, niemals dem Gepeinigten.

Zurück zum Buch: Ich mochte die Art, wie Millar sein Privatleben fast komplett ausblendet. Informationen über seine Frau und Kinder gibt es nur, wenn sie fürs Verständnis des Geschehens unumgänglich sind. Sonst könnte man sich eventuell einfach mal zurücklehnen und eine kleine Liebesgeschichte genießen. Aber zurücklehnen ist nicht erwünscht, dieses Buch hat keine Lehne.

Fazit. Unbedingt lesen, wenn man keine schwere Kost scheut und sich wirklich beeindrucken lassen möchte.

Und ich werde etwas tun, das ich noch nie getan habe: Ich besorge mir die Originalversion und lese es noch einmal, und zwar umgehend. Danach folgt die zweite Rezensionshälfte.

 

* Und ich will ihn fragen: “How the hell did you cope??”

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

1000 Tode

Heute geht es um ein schönes Buchprojekt von Christiane Frohmann – schön nicht nur wegen der vielen großartigen Texte, sondern vor allem auch wegen des Charity-Aspekts. Der Erlös des E-Books, in dem am Ende 1000 Texte von ebenso vielen AutorInnen über den Tod vereint sein werden, geht ans Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow.

Auf die Aktion aufmerksam gemacht hat mich Isabel Bogdan, mitgewirkt haben aus meinem Dunstkreis nicht nur sie, sondern zum Beispiel auch Andrea Behnke, Simone HarlandFalk Schreiber und Pia Ziefle

In der gerade erschienen Ausgabe sind bereits 135 Texte versammelt. Wer das E-Book jetzt kauft, bekommt die Aktualisierungen umsonst.

Das Foto zeigt einen Koffer meines Großvaters, “Friedrich” aus den Briefen. Letzte Reise und so.

Nanowrimo2

NaNoWriMo

6204 Wörter habe ich geschrieben. Und ja, ich habe geschummelt, ich habe schon vor dem 1.11. angefangen, obwohl der National Novel Writing Month erst an dem Tag begann. 50 000 Wörter sind in einem Monat zu schaffen. Ziemlich utopisch, wenn man nebenher arbeitet. Ich schaffe etwa 600 Wörter am Stück, wenn ich mich dransetze. Das mache ich aber bei weitem nicht jeden Tag.

Und nun? Im Grunde genommen ist es egal, ich habe nichts zu verlieren, aber ich gewinne die Einsicht, dass ich gut vorankommen kann. Über 10 % habe ich schon.

Wie immer in meinem Leben, wenn ich etwas schreiben musste, denke ich nach ein paar Zeilen, jetzt habe ich alles gesagt. Mehr muss nicht. Deshalb habe ich mich jetzt auf kurze Kapitel verlegt, die verschiedene Aspekte im Leben meiner Großmutter beleuchten. Momentan habe ich die Frauenschule in Malchow am Wickel. Wie war es dort, wie lange war sie da? Ich halte mich nicht allzu lang mit der Recherche auf, schreibe XX, wo noch ein Name eingefügt werden muss, markiere Textstellen gelb, die noch überprüft werden sollen. Hauptsache, es geht voran.

Mühsam, Eichhörnchen und so

Mühsam, Eichhörnchen und so

Heute ist übrigens der 11.11. und sowohl Gudrun als auch Andrea sind meinem Wunsch nach einem Gedicht nachgekommen. Andrea zog einen Ringelnatz vor, es sei Dir verziehen, Du bekommst trotzdem eine Seite geschickt.

Ein Frevel, die Galgenlieder als Taschenbuch herauszugeben. Das fleddert doch nach 20 Jahren!

Gedichte

Mit Gedichten tue ich mich seit jeher schwer, ich kann mich auf gereimte Texte schlecht konzentrieren, jedenfalls nicht auf den Inhalt. Da muss ich sie schon sehr oft hören.

Seinerzeit, als mein Bruder und ich noch bei unseren Eltern wohnten, wurde wochenends beim Frühstück gern ein Gedichtband gezückt. Entweder der Echtermeyer mit gemischten Gedichtgut oder Morgensterns Galgenlieder. Später kam “Der ewige Brunnen” dazu. Ich kenne also die einschlägigen Balladen um John Maynard, unseren Steuermann*, ich weiß unter anderem, dass ihr links steuern müsst** und da noch ein Mann im Mast hängt.***

Wirklich geliebt habe ich aber immer Christian Morgenstern. 1994 bekam ich endlich meine eigene Galgenlieder-Ausgabe zu Weihnachten, ich war ausgezogen in die weite Welt und hatte Entzug. Das Buch strotzt nur so von Anmerkungen und Verweisen auf andere Gedichte, nie habe ich mich so intensiv mit neuerer deutscher Literatur beschäftigt wie in diesem Fall. (Ich habe mich sonst überhaupt nie freiwillig mit neuerer Literatur “beschäftigt”, ich habe sie immer nur gelesen.)

Ein Frevel, die Galgenlieder als Taschenbuch herauszugeben. Das fleddert doch nach 20 Jahren!

Ein Frevel, die Galgenlieder als Taschenbuch herauszugeben. Das fleddert doch nach 20 Jahren!

Wie es der Zufall so will, lagen neulich beim Abendbrot mit den Kindern die Galgenlieder auf dem Tisch. Neugierig wurde gefragt, ob das nur Blabla sei oder was zum Vorlesen. Ich las vor. Wir lasen und lasen, bis nun aber wirklich Bettzeit war und da wurde ich überredet, doch weiterzulesen und das abendliche Im-Schlafanzug-noch-was-vorgelesen-Kriegen einfach auszulassen.

In den Tagen danach zitierte die Tochter immer wieder “O greul, o greul, o ganz abscheul!” und sagt bei jeder erwähnten Erkältung (was sich zu dieser Jahreszeit ja häuft): “Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse, auf dass er sich ein Opfer fasse.”

Auf ausdrücklichen Wunsch der Kinder wurde der Abend gestern wiederholt, die Bettzeit dramatisch um eine halbe Stunde überschritten und noch ein weiteres Buch gezückt: In den alten Beständen meiner Eltern fand ich neulich, ebenfalls von Morgenstern: Klaus Burrmann, der Tierweltphotograph. War mir völlig unbekannt. Herr Burrmann macht heimlich Fotos von Tieren, er ist dabei sehr gewitzt und verkleidet sich und die Kamera, wenn nötig, sogar je als Marabu. Es kommt einmal das Wort “Neger” und einmal “Mohr” vor. Ein Ausmaß, das Erklärungen zulässt.

Als Krönung der Bilderbuchfamilienidylle, als Alma uns den Rock vorgelesen hatte (“von seiner Maus durchtrabt”! Hach!), verkündete Anton, dass er nun auch lesen können wolle. Ich erwäge die baldige Veröffentlichung des Ratgebers “Wie mache ich meine Kinder zu Strebern”.

Hinten im Buch fanden sich drei lose Seiten. Offenbar existierte das gleiche Buch zweimal und wurde einmal zerfleddert. Eine Doppelseite und eine einzelne sind übrig. Wer sie haben möchte, sage mir Bescheid. Sollten es mehr als zwei Personen sein, entscheide ich mich für diejenigen, die mir ein schönes Morgensterngedicht zitieren. Meine Entscheidung wird nach strikten und vollkommen subjektiven Gesichtspunkten gefällt. Ihr habt bis nächsten Dienstag (11.11., 11 Uhr) Zeit.

 

Vorder- und

Vorder- und

 

Rückseite der losen Blätter

Rückseite der losen Blätter

* Theodor Fontane: John Maynard
** Ludwig Giesebrecht: Der Lotse
*** Otto Ernst: Nis Randers

Arche-Abend

Literatur und/oder Essen

Gestern war ich mit meiner gar reizenden Kollegin Britta (die ihre Sichtweise der gestrigen Begebenheiten ebenfalls gebloggt hat) im Literaturhaus, weil der Arche Verlag dort Jubiläum feierte und unter anderem die nicht weniger reizende Autorin Pia Ziefle zum Lesen verpflichtet hatte. (Genau, die Pia vom Interview neulich, die wieder so ein grandioses Buch geschrieben hat.)

Britta und ich trafen uns früh genug an der Alster, um noch quatschen zu können, verspürten dann ein aufkommendes Hungergefühl, entschieden uns jedoch, die Würstchen der Alsterperle zu verschmähen. Stattdessen begaben wir uns direkt ins Literaturhaus, da kann man nämlich auch essen. Kann man in der Tat, wenn man das Bedürfnis nach Verschwendung verspürt. Hätte ich mein Geld direkt gegessen, wäre ich nicht weniger satt gewesen. Gut, es hätte wohl schlechter geschmeckt, dafür hätte ich zumindest bei den Münzen Aussicht auf Recycling gehabt.

Literatur und Essen: ein Serviervorschlag

Literatur und Essen: ein Serviervorschlag

Wir gaben uns verschwenderisch und hatten dann aufgrund ihrer mangelnden Größe auch noch reichlich Zeit, uns die Nahrungsmittel einzuverleiben, die kurz vor Beginn der Lesung den Weg auf unseren Tisch fanden. Immerhin ging uns so für den Rest des Abends nicht der Gesprächsstoff aus. Mutmaßlich wäre das aber auch sonst nicht passiert, denn immerhin gab es angenehm kurze Reden, schöne Texte (Brittani Sonnenberg, Pia Ziefle und Michel Bergmann lasen und das auch noch sehr gut) und hervorragende Stimmung. Diese wurde auch durch das nicht immer ganz einfache Handling der gereichten Essware gehoben – wer von Euch kann Glasnudeln mit einem einzelnen Holzstäbchen essen, das noch kurz vorher von Fleisch umrankt war?

Hoffentlich hat der Arche Verlag bald wieder Geburtstag. Dann bringe ich Kuchen mit.

 

ziefle

Ziefle und Füßle im G’spräch

“Länger als sonst ist nicht für immer” von Pia Ziefle

Im Rahmen der Blogtour verlose auch ich fünf Exemplare von Pia Ziefles neuem Roman. Dazu müsst Ihr bis zum 26.8. um Mitternacht die unten stehende Frage beantworten. [Edit: Die Gewinner stehen fest und wurden von mir per Mail benachrichtigt.]

9783716027158

Doch nun zu unserem Interviewle:

Weiterlesen

Lügen der Anderen

“Die Lügen der Anderen” von Mark Billingham

Drei urlaubende Paare, ein Mord. Und alles, was der Leser weiß, ist: Einer der sechs Protagonisten war es. Bis zum Schluss werden Verdachtsmomente gestreut und wieder aufgekehrt, jedesmal, wenn die Lösung ganz nah scheint, zerfällt sie wieder in ihre Einzelteile.

Erzählt wird die Geschichte aus der jeweiligen Sicht der sechs Protagonisten plus dem Ermittler in Amerika, wo der Mord stattfand, und der Ermittlerin in England, wo die Protagonisten wohnen.

Nach dem Urlaub bleiben die drei Paare in Kontakt und laden sich gegenseitig zum Essen ein. Am letzten Urlaubsabend war das Mädchen verschwunden, was dazu führt, dass bei jedem Treffen die einigermaßen ausgelassene Stimmung von der Frage nach dem Mädchen überschattet wird.

Jede der sechs Personen lässt uns an ihren Gedanken teilhaben. Nach und nach lernen wir die Ansichten und Probleme jedes Protagonisten kennen und bilden uns eine Meinung zu seinem oder ihrem Verhalten. Meistens beinhaltet diese Meinung, dass etwas an der Person merkwürdig ist, dass sie sich anders verhält, als man es erwarten würde.

Und dann erhalten wir Einsicht in die Gedanken des Mörders. Wem sehen diese Gedanken ähnlich? Sie würden zu jedem passen. Mist. Da bekommt man die Gelegenheit, den Mörder zu enttarnen und versagt kläglich. Kein Wunder, dass der Ermittler in Florida deprimiert ist. Immerhin ist die englische Ermittlerin sehr gut bei der Sache und erkennt die Zusammenhänge in einer angenehmen Geschwindigkeit. Kein An-den-Kopf-Fassen, weil Verknüpfungen ignoriert werden. Sehr schön.

Aber wer war es denn nun?

412 Seiten und erst auf Seite 371 nähern wir uns der Lösung. Nun wissen die anderen Paare etwas, das wir nicht wissen, doch wird ihnen dieses Wissen helfen?

Natürlich nicht.

Ein unglaublich thrilliges, schnelllesiges Buch, bei dem sich die Frage „Stopfe ich es für unterwegs in die Handtasche, obwohl es dick und schwer ist?“ selbst beantwortet.

Natürlich.

 

Lügen der Anderen 2

“Die Lügen der Anderen” ist im Atrium Verlag erschienen und für € 19,99 im Buchhandel erhältlich.

Im Bett lesen

Blogparade: Wie entspannend sind Bücher?

… fragt meine Kollegin Stella Cornelius-Koch.

Komische Frage, denke ich und lege mein Buch aus der Hand. Muss man überhaupt darüber nachdenken?

Mich entspannt Lesen ungemein. Ich lese beruflich und habe lange Zeit – auch wegen der kleinen Kinder, die einen ständig davon abhalten – fast keine Bücher mehr einfach nur aus Spaß gelesen. Irgendwann stellte ich fest, dass mir das Einfach-so-Lesen enorm fehlte, kaufte mir eine Ans-Buch-klemm-Lampe fürs Bett und vertiefte mich wieder jeden Abend in ein Buch. Dann begann ich, Bücher fürs Buch-Magazin zu rezensieren, wodurch ich jetzt immer bestens mit Lesestoff ausgestattet bin.

Ich lese gern Romane, momentan recherchebedingt besonders gern Bücher, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielen. Manche Bücher lese ich einfach nur ohne Hintergedanken als reine Unterhaltung, das können Krimis sein, Liebesgeschichten von mir aus auch. Ich betrachte auch Fachbücher als Freizeitlektüre. Und manchmal hat man Glück und ein Buch in der Hand, das einen so richtig fesselt. Das war zum Beispiel “In der Nacht” von Dennis Lehane. Ein Buch wie ein Film – inklusive dem Drang, wegsehen zu wollen, wenns brutal wird. Geht ja aber nicht.

War das nun entspannend? Ja. Denn durchs Lesen wird mein Kopf frei, umherschwirrende Gedankenfetzen ziehen sich zurück und machen der Fantasie Platz. Ich lese, bis mir die Augen zufallen. Manchmal bin ich auch vernünftig und mache das Licht früher aus.

Ich lese Papierbücher, was daran liegt, dass ich meine Rezensionsexemplare so bekomme. Einen Reader habe ich daher bisher nicht. Mit Hörbüchern komme ich leider gar nicht klar, weil ich dringend einschlafen muss, wenn mir jemand eine Weile lang etwas erzählt.

Nur Bücher, die wiederholt gelesen werden möchten, dürfen in dieses Regal. Alphabetisch und nach Sprachen sortiert.

Nur Bücher, die wiederholt gelesen werden möchten, dürfen in dieses Regal. Alphabetisch und nach Sprachen sortiert.

Ich lese, wann immer die Freizeit es mir erlaubt, ich brauche dafür lediglich etwas Ruhe. Wo ich nicht lese: im Urlaub. Dort will ich in keine andere Welt eintauchen, dort will ich ganz sein. Im Urlaub lese ich eventuell einen Reiseführer und gern lokale Zeitschriften. Lektüre habe ich höchstens für die Fahrt dabei, aber auch da möchte ich lieber meine Umwelt aufsaugen.

Lesen ist an sich ja schon ein Kurzurlaub. Die Buchstaben entführen mich in eine andere Welt. Das funktioniert auch mit wirklich schlechten Büchern, allerdings ist das dann vielleicht nicht die Welt, die ich kennen möchte. Oder eine große Anzahl von Schreibfehlern bringt mich aus dem Konzept. Sehr, sehr selten finde ich überhaupt keinen Zugang zum Buch, die Tür in die fremde Welt bleibt zu. Das sind die sehr, sehr wenigen Fälle, in denen ich ein Buch nicht fertig lese.

Übrigens höre ich, wenn gerade kein Kapitelende in Sicht ist, mit dem Lesen immer nach dem ersten Absatz auf der linken Seite auf. So kann ich sofort weiterlesen, wenn ich das Buch wieder zur Hand nehme und muss nicht lange suchen, wo ich war. Spart wertvolle Sekunden!

Oma lesen

“Oma war eine Seeräuberin” von Andrea Behnke

Miteinandergeschichten für Kita, Schule, Seniorenarbeit und Mehrgenerationenprojekte

Miteinandergeschichten, was für ein schönes Wort – so schön wie das Buch. Ein Buch für Alte und Junge und die dazwischen.
Kurze Geschichten, die danach vertieft werden können. Es gibt Anregungen für Kinder, für Senioren und für alle gemeinsam. Ab und zu wird das Ganze mit einem passendes Lied, Gedicht oder gar Märchen abgerundet. Mit den Kindern wird die Geschichte besprochen und eventuell weiterentwickelt, mit den Seniorinnen und Senioren ihr eigener Bezug zur Geschichte hergestellt. Durch die gemeinsamen Aktivitäten von Jungen und Alten bleibt niemand außen vor.

Die Geschichten behandeln „typische“ Senioren-Themen, sei es, dass die Vorlese-Oma ins Krankenhaus kommt, dass Opa in Erinnerungen schwelgt, als er den Kinder beim Fußballspielen zuschaut oder dass Opa gestorben ist. Irgendwie ist Opa aber doch noch da. Und Frau Weber kann zwar nicht mehr laufen, aber durchaus noch schaukeln.
Die kurzen Erzählungen sind so geschrieben, dass Kinder sehr gut verstehen können, worum es geht und wie das Kind sich fühlt – aber auch die Gefühle der alten Menschen erlebt man hautnah mit. Ich habe bei manchen Geschichten Schwierigkeiten, sie den Kindern vorzulesen, weil ich selbst weinen muss – obwohl das Ende immer wunderbar versöhnlich ist und es immer eine Lösung gibt. Ich weine halt sehr leicht.

Dieses Buch ist perfekt für alle Eltern, die ihren Kindern Schwerverständliches wie das Altern oder den Tod begreifbar machen wollen. Ich habe zwar keine Erfahrung mit Seniorenarbeit, kann mir aber sehr gut vorstellen, dass man viele alte Menschen mit diesen Geschichten aus der Reserve lockt. Und dass Jung und Alt mit dem Buch gemeinsam Spaß haben können, ist unbestritten.

rehragout

“Rehragout”: Interview mit Lisa Graf-Riemann

Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut! Letztes Jahr erschien “Hirschgulasch” von Lisa Graf-Riemann und Ottmar Neuburger – der wahrscheinlich spannendste Krimi, den ich je gelesen habe. Selten habe ich so mitgefiebert! Insofern ist es nicht verwunderlich, dass ich das Erscheinen des Nachfolgebandes kaum erwarten konnte. Endlich war er da, ich habe ihn gelesen … und die Euphorie blieb aus. Darüber war ich selbst ein bisschen verwundert, denn das Buch ist keineswegs schlecht.

Weiterlesen

Teo Dorant

Teo Dorant

„Teo Dorant und der Stinkewettbewerb“ und „Teo Dorant und die Pups-Po-Saune“ von Corinna Wieja, Illustrationen von Sabine Straub

Unser Held heißt Teo Dorant. Wer den Namen befremdlich findet, dem sei gesagt, dass es sich bei Teo um ein Stinktier handelt, somit ist der Name also quasi selbsterklärend. Teo Dorant hat viele Freunde, darunter Rhabarbera Biber und Erasnus Eichhörnchen. Alle Tiere sind mit Ganzkörperansicht vorn bzw. hinten im Buch aufgeführt, sodass man schon vorm Beginn des ersten Kapitels weiß, mit wem man es gleich zu tun bekommt.

Die Bücher sind nach eigenen Angaben zum Vor- und ersten Selberlesen geeignet. Das ist ganz hervorragend, denn ich habe Testkinder für beide Varianten im Haus. Meinen Kindern ist hauptsächlich wichtig, dass es genug Bilder gibt, das ist hier eindeutig gegeben. Dem Gute-Nacht-Geschichte vorlesenden Elternteil ist wichtig, dass die Kapitel nicht zu lang sind, auch der Wunsch wurde berücksichtigt.
Beide Bücher funktionieren vollkommen unabhängig voneinander – selbst die Kurzvorstellung der Protagonisten wurde dem jeweiligen Band angepasst, was mich ganz besonders gefreut hat. Gemeinsam erleben die Freunde ganz großartige Abenteuer, die angenehm unübertrieben sind. Sei es, dass man Waldmeister (!) im Matschspritzen werden kann oder gemeinsam musiziert (oder so etwas in der Art), im Wald ist immer Action angesagt.

Vorlesen und vorlesen lassen

Vorlesen und vorlesen lassen

Mir hat es viel Spaß gemacht, die Bücher vorzulesen und den Kindern haben sie gut gefallen. Die Präferenzen waren gleichmäßig verteilt: Die Tochter (5) mag den Stinkwettbewerb, Sohn (4) die Pups-Po-Saune lieber. Mustafa wollte sich über seine Vorlieben nicht auslassen, ihm gefallen die Tierbilder, und die sind in beiden Büchern gleich schön. Alma liest beide Bücher auch gern selbst vor, das mit dem Selberlesen stimmt also durchaus.

Die Bücher haben dann auch noch einen Antolin-Button. Antolin ist ein Portal, mit dem Grundschüler lernen, das dürfte also was Gutes sein. Das testen wir dann im nächsten Schuljahr. :)

10 kleine Bücherlein, die woll'n auf Reisen geh'n ...

“Alles Yoga!”: Interview mit Amiena Zylla und Jan Philipp Schwarz

Also wenn DAS jetzt keine Lesefreude ist, dann weiß ich auch nicht

Also wenn DAS jetzt keine Lesefreude ist, dann weiß ich auch nicht

Vor Kurzem erschien „Alles Yoga!“, ein kleines Buch der Perlen-Reihe. Bei denen sind alle Bücher klein, aber dafür umso perliger. Mit viel Liebe (im wahrsten Sinne des Wortes, denn Illustrator und Autorin sind verheiratet) wurde das Buch mit Fotos und Zeichnungen versehen, die es wirklich ganz besonders machen. Ich bin sehr, sehr angetan – und stolz, daran mitgewirkt zu haben.

Weiterlesen

Krimis

17.12.1946: Geheimnisvolle Nachrichten über Ehen (Rudu)

Zunächst einmal: Die Mäh-Verlosung endete am Montag, heute ist Freitag. Ich weiß das, aber die Woche nahm keine Rücksicht auf mich. Gewonnen hat jedenfalls Eva Christian, die sehr korrekt sechs Schafe zählte. Eins sieht man nur von hinten. 

Krimis

Krimis

Heute verlose ich ein Krimipaket. Darin enthalten sind vier Krimis, allesamt Rezensionsexemplare, die einmal von mir gelesen wurden. Wer das haben möchte, beantwortet mir bitte hier oder auf Facebook oder auf Twitter oder von mir aus auch per Brieftaube die Gewinnfrage, und das bitte bis nächsten Dienstag um 10 Uhr. Das ist der 15.4., übrigens der Geburtstag von Lenis Mann Friedrich, der an dem Tag 114 geworden wäre. Drum ist ihm auch die Gewinnfrage gewidmet – hier müsst Ihr raten. Rudu fragt, ob Friedrich noch seinen Flügel hat. Was glaubt Ihr? Hat der Flügel den Krieg überlebt?

Doch nun zum Brief. Wir kehren zur Korrespondenz zwischen Leni und ihrem Bruder Rudu zurück. Rudu wohnt in Guatemala, hat zwar die dortige Staatsbürgerschaft, aber doch finanzielle Schwierigkeiten aufgrund seiner deutschen Herkunft.

Guatemala, 17.12.1946.

Liebe Leni – lieber Friedrich,

schon seit einigen Wochen will ich Euch Eure Briefe vom 5. und 14. Okt. bestätigen, schob es aber immer wieder auf in der Hoffnung, Euch von hier bessere Nachrichten geben zu können. Nun kam heute Eure Karte vom 31. Okt. und Lenis Brief vom 2. November. Für alles herzlichen Dank, vor allem war natürlich eine große Freude Euer Familienbild vom Jan. 1945. Ich muß Euch heute gleich, wenn auch nur kurz antworten um Euch zu sagen wie glücklich auch wir sind, daß Euch das Care-Paket erreichte! Wir hätten schon weitere abgeschickt, aber leider sind wir nicht in der Lage, da wir seit August unsere monatlichen Zuweisungen nicht mehr bekommen haben. Ich hoffe immer von Woche zu Woche, bis dahin immer vergeblich. Es ist zu scheußlich. Auch hoffe ich, daß es sich vor Weihnachten regeln läßt, sonst wird es ein trauriges Fest! Von Achim forderte ich Hilfe, aber nur äußerst zögernd kam etwas, was wie ein Tropfen auf den heißen Stein war. So schrieb ich kürzlich an Klaus mit der Bitte an Euch noch ein Care Paket abzusenden, den Betrag will ich ihm dann später zurückerstatten. –

Für Eure so eingehenden Nachrichten meinen herzlichen Dank, ich freue mich so über alles, was Ihr berichtet, über Freunde und Verwandten-Schicksale kann man nicht eingehend genug hören. Wenn Du z. B. schreibst, daß Anneliese + Gertrud P. im K. Z. waren, so möchte man natürlich noch weiter wissen, wie lange, wo, weshalb und wie es ihnen jetzt geht. [klein eingefügt:] Wie geht es Frau P.? 1000 Fragen fallen einem ein! –

Jedenfalls sagt Euch bei allem was Ihr durchzumachen habt, daß es auch in anderen Teilen der Welt nicht viel besser zugeht! Ich denke oft an Euch und sehe in Gedanken wie Friedrich jeden Morgen seinem Ziel zusteuern kann: eine geregelte Arbeit kann ich mir schon garnicht mehr vorstellen Und es ist hier so hoffnungslos eine zu finden. So baue ich weiter Gemüse und laufe hemmungslos zum Anwalt.

Nun versucht nicht ganz die Hoffnung zu verlieren. Denn der Fall hier ist einzig dastehend, die Nachbarländer sind ganz anders vorgegangen und im Vergleich zu den Verhältnissen hier kann man die Zustände dort paradiesisch nennen. Ich schulde natürlich jetzt überall, eine ganz widerliche Lage. Daher konnte ich mich auch nicht mehr um die Dokumente bekümmern die Ihr angefordert hattet. –

Die Nachrichten über Albrecht + seine Ehen sind stets für uns etwas geheimnisvoll. Ist Albrecht ein schwieriger Ehemann? Hat Neger seiner Verwandten von der Ehe abgeraten und weshalb? Neger ist doch weiter sicher Albrechts Freund. Hat Friedrich noch seinen Flügel? – Die Nähe von Büchen – Ratzeburg braucht Euch nach meiner Meinung einstweilen nicht zu beunruhigen. –

Ich hoffe Euch bald ausführlicher zu schreiben, wenn mein seelisches Gleichgewicht wieder mehr hergestellt ist. Ich schlafe so schlecht und versuche durch vieles Lesen meine Gedanken abzulenken. –

Traurige Briefe kommen von Anna N. an ihre Schwägerin. – Es umarmt Euch sehr innig und wünscht Euch alles Gute für 47 Euer Rudu.

Wer die Personen sind, erfahrt Ihr oben in der Kategorie ”Über die Briefe”. Albrechts Ehen sind für Euch einstweilen auch noch geheimnisvoll, der nächste Brief von Leni wird darüber aber Aufschluss geben. Mit der Nähe von Büchen und Ratzeburg bezieht sich Rudu wahrscheinlich auf die Nähe der Grenze zur Ostzone. Schön, dass er sie von Guatemala aus nicht beunruhigend findet. Blogger_Lesefreude_2014_Logo-977x1024

Faltereien

Ein- statt Entfaltung

Es ist geradezu niedlich, wie Ihr Euch alle geduckt habt nach der Tine-Wittler-Ankündigung vom letzten Dienstag. Ich kann das gut verstehen. Tine Wittler ist wahrscheinlich auch ganz froh, denn sie möchte sicher nicht mit Puschelmonstern in Verbindung gebracht werden. Aber auch das schlechteste Buch (eine Beschreibung, die auf dieses hier ganz gut passt) hat eine Bestimmung. Und sei es nur als Zettelhalter. Ich zeige Euch das mal.

Zettelhalterbuch

Zettelhalterbuch

Total praktisch! Alles, was Ihr dafür tun müsst, ist:

a) Ein ungeliebtes Buch zur Hand nehmen, das niemand mehr haben will (nicht mal geschenkt!) und

b) jede Seite längs in der Mitte falten.

Und so sieht das dann mit Tine Wittler aus:

Die erste Seite bleibt aus ästhetischen Gründen ungefaltet

Dekorieren mit Tine Wittler: Die erste Seite bleibt aus ästhetischen Gründen ungefaltet.

Aber kommen wir zur nächsten Verlosung. Zahlreiche Briefe (erwähnte ich die fünf Ordner?) warten noch auf Veröffentlichung. Leider habe ich gerade ein bisschen viel zu tun. Die Ereignisse überschlagen sich geradezu. Zunächst einmal wäre da die reguläre Arbeit, dann Papas (vorne betont) Geburtstag, der mir an sich keine Arbeit macht, ABER (Textinen aus dem Netzwerk Texttreff nicken weise mit dem Kopf) und Anfang Mai bekommen wir für drei Monate Besuch aus Afghanistan. Ein kleiner Junge, den uns die Herzbrücke schickt. Besagter Junge spricht natürlich kein Wort Deutsch, und weil ich immer eine Ausrede suche, eine neue Sprache zu lernen, beschäftige ich mich jetzt mit Farsi. Ist angeblich nur unwesentlich anders als Dari, das der Junge spricht. Weit über die grundlegenden Grundkenntnisse werde ich eh nicht kommen.

Einstweilen stehe ich um kurz vor sechs auf, um meine früher mal produktivste Zeit zu nutzen und Dinge geschafft zu kriegen. Tatsächlich klappt das ganz gut. Eigentlich wache ich nur unwesentlich früher auf als sonst, denn der Sohn steht zuverlässig um zehn nach sechs vorm Bett, aber nunmehr erhebe ich mich beim ersten Dingeln des Handys und mache mich frisch ans Werk. Also so ziemlich. Nebenher falte ich das Buch.

Da ich diesen Text heute morgen angefangen habe, ist die Faltung schon ein ganzes Stück vorangekommen.

Faltereien

Faltereien

Falls Ihr etwas lesen möchtet, verlose ich heute “Mäh” von Matthias Reuter. Ohne Hütehund. Dafür müsst Ihr mir bis Montag, 7.4., um 12 Uhr sagen, wie viele Schafe auf dem Cover zu sehen sind. Wer lieber ein Buch zum Falten haben möchte, sage mir Bescheid. Aber die meisten von Euch haben sicher ein  faltbares Buch zu Hause.

Wolliges Buch

Wolliges Buch

Nächstes Mal gibt es dann auch wieder einen Brief. Blogger_Lesefreude_2014_Logo-977x1024

Puschel-Schüttel-Strubbel-Monster

Blogger_Lesefreude_2014_Logo-977x1024Ich war wieder einmal bei meinen Eltern und habe alte Spiele und Bücher mitgenommen, die für meine Kinder jetzt interessant werden. Dabei fiel mir das rote Puschelmonster in die Hände – und meine Mutter zwang mich, es mitzunehmen. Das Monster gehört meinem Vater und stammt aus den 50er-Jahren. (Stimmt gar nicht! Es ist wohl von 1968.) Leider konnte sich meine Mutter nie so recht für das possierliche Wesen erwärmen.
Es handelt sich um ein rotes Fellwesen mit grünen Eulenaugen und einer gelben Nase wie aus dem Kaugummiautomaten. Aber das ist noch nicht alles. Es ist nämlich ein Effektmonster. Man kann ihm die Haare nach hinten glattstreichen, was ihm einen leicht albernen Look verschafft. Anschließend kurz schütteln – und die Haare stehen senkrecht ab. Fantastisch.
In meiner Kindheit wohnte im Nachbarhaus das exakt gleiche Monster in Orange, das sogar noch eine Art Mülltonne als Heimatstätte aufweisen konnte.

Schüttelmonster

Schüttelmonster

Streichelmonster

Streichelmonster

Geschüttelt im Profil

Geschüttelt im Profil

Gestreichelt im Profil

Gestreichelt im Profil

Heute  (bzw. morgen, 25.3., um 12 Uhr) verlose ich das Rezensionsexemplar von Thomas Meyers „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ – weil das Monster sowohl wunderlich als auch schick ist, natürlich.

Schickes Monster mit schickem Buch

Schickes Monster mit schickem Buch

Dazu müsst Ihr dem Schüttelmonster einen Namen geben. Irgendwie hat es nämlich nie einen von uns bekommen. Wer zufällig noch etwas über diese Art von Monstern herausfindet, bekommt einen Extragewinn, über den das Monster entscheidet.

Das Buch “Wenn die Wale an Land gehen” gewinnt Daniela D. (schon wieder!!). Diesmal habe ich Zettelchen gezogen.

World Book Day

World Book Day.

Bücher sind bei mir ja recht beliebt, deshalb kann ich so einen Tag natürlich nicht ignorieren und empfehle allen, die es noch immer nicht gelesen haben, “Suna” von Pia Ziefle. Ich werde das so lange machen, bis mein Bekanntenkreis lückenlos mit diesem Buch versorgt ist. Es ist also in Eurem eigenen Interesse, meinem freundlichen Hinweis nachzukommen.

Wer das schon gelesen hat, greife zu “Die wilden Götter” von Tor Åge Bringsværd. Das Buch ist SO gut, dass es nicht einmal mehr verlegt wird und bei Amazon gebraucht um die 100 Euro kostet. Ein echter Hammer, ehrlich!

Geschenke, Geschenke!

Geschenke, Geschenke!

Nun muss ich leider schon wieder unter dem Haufen Arbeit verschwinden, der leider gerade nicht weniger wird.* Im April verlose ich dann ganz viele Bücher anlässlich des Welttags des Buches, der hierzulande am 23.4. ist. Jeder seine eigene Welt, nicht wahr?

 

 

 

 

* Es wurden Stimmen laut, die nach weiteren Briefen verlangen. Auch die kommen. Bald. Ehrlich!

Lesenlernen für blau- und braunäugige Kinder

“ABC – Ein Bilderbuch zum Lesenlernen” von Wilhelm Fronemann

Endlich habe ich eine Möglichkeit gefunden, einen Beitrag zu verfassen, der sowohl in die Kategorie “Briefe” als auch in “Bücher” passt.

Lesenlernen für blau- und braunäugige Kinder

Lesenlernen für blau- und braunäugige Kinder

Zufällig fiel mir bei meinen Eltern dieses Buch in die Hand. Als ich das Cover sah, wollte ich es umgehend mitnehmen (was kein Problem darstellte, da meine Eltern um alles froh sind, das ich aus ihrem in mein Haus schaffe). Wirklich überrascht war ich dann aber, als ich das Buch aufschlug. Innen befindet sich ein kleiner Aufkleber der Buchhandlung „Cosmos“ Guatemala sowie Rudolfs Name – durchgestrichen von meinem Vater, der in Kinderschrift seinen eigenen hinzufügte.

Rudu muss das Buch in Guatemala für seine Kinder erstanden haben. Leider ist keine Jahreszahl zu finden, im Internet finden sich Angaben von 1925 bis 1933.
Dass das Lesen- oder Sprachenlernen oft mit unsinnigen Sätzen einhergeht, wissen wir alle. Insofern sind diese Reime eigentlich ganz hübsch:

miau miau miau

miau miau miau

Buchstabe I
Die Nacht ist still, der Mond geht auf
miau miau miau
Wer klettert da zum Dach hinauf
miau miau miau
Drei Sänger, Minz und Hinz und Mohr
beginnen ihren Katzenchor
miau miau miau

Die Unterstreichungen verstehe ich leider gar nicht. Einerseits ist der zu lernende Buchstabe unterstrichen, teilweise in Kombination mit anderen, andererseits aber auch alle möglichen anderen Buchstaben.

Bim Bam Bau

Bim Bam Bau

Buchstabe M
Bim Bam Bau
Hau Hau
Miau Miau

Me Mo Mu so hör mir zu
Me Mo Mu am Fuß ist der Schuh
Me Mo Mu Milch gibt die Kuh

Au fein Mein Leo

raucht Zigarre

Buchstabe O
Ein Mohr
O Leo
Au fein
Mein Leo

quibus quabus

quibus quabus

Buchstabe Q
quibus quabus
Die enten gehen barfuß
Die gänse haben gar keine schuh – was sagen denn die lieben Hühner dazu

Rum pum pum (das Geräusch einer schlagenden Wanduhr?)

Rum pum pum (das Geräusch einer schlagenden Wanduhr?)

Buchstabe U
Rum pum pum Rum pum pum
dreh dich um mum mum mum
brum brum brum mum mum mum
sei nicht dumm didl didl dum
dum dum dum

Wichse, Maxe

Wichse, Maxe

Buchstabe X/Y
ks = X = iks? Faxen
Wichse, Maxe,
Hexe, Büchse,
Dachse, Kleckse!
Hicke, hacke, puh!
Aus bist du!

Wir sollten nicht aus den Augen verlieren, dass es sich bei diesem Buch nicht um eine Fibel für die Schule handelt. Der Verleger Josef Scholz schreibt dazu: „Der Wunsch, in spielender Weise dem Kinde Buchstaben in Druck und Schrift nahe zu bringen, lag vor.“

Sorgfältig lesen!

Sorgfältig lesen!

Der Autor* ergänzt einiges über die Mutter, die spielerisch mit dem Kind plappert, und verspricht: „Zeigt das Kind während der ersten Leseübungen in der Schule Unlust, so macht dieses bunte ABC-Buch ihm die schwarzen Buchstaben lieb.“

Miau, miau!

* über den man übrigens einiges sagen könnte, aber darum geht es mir hier nicht.

Fremde Länder und Sprachen - genau mein Ding

“Hier, dort und anderswo” von Andrea Behnke

Fremde Länder und Sprachen - genau mein Ding

Fremde Länder und Sprachen – genau mein Ding

Ja, ich habe bereits ein Buch von Andrea Behnke rezensiert. In dem ging es ums Großwerden. Diesmal ist das Thema „Kindergeschichten rund um die Welt“. Da ich selbst viel Zeit im Ausland verbracht habe, versuche ich meinen Kindern ein Gefühl dafür zu vermitteln, dass die Welt nicht überall gleich aussieht. Da das Buch für 4- bis 8-Jährige konzipiert ist, habe ich meine Kinder gleich drauf angesetzt.

Ungefähr da ist Afghanistan

Ungefähr da ist Afghanistan

Vor Kurzem wohnte eine Afghanin in unserer Straße, mit der meine Tochter (5) in der Vorschule sofort Freundschaft schloss. Sie war mit der Herzbrücke nach Deutschland gekommen, ihre Zeit hier war also begrenzt. Das Interesse meiner Tochter an fremden Kulturen ist durch diese Begegnung stark gewachsen – obwohl der Abschied sehr schmerzhaft war und noch ist.
Den Sohn (4) interessiert vor allem, wo das jeweilige Land auf der Weltkarte zu finden ist. Praktischerweise gibt es eine im Buch, auf der die Länder verzeichnet sind, um die es geht (Deutschland eingeschlossen).

Das Buch besteht aus zwei Teilen mit je fünf kurzen Geschichten: In den „Geschichten von hier“ geht es um Kinder mit Migrationshintergrund, die in Deutschland leben. Kimons Opa sehnt sich nach Griechenland, Jamila hat eine andere Hautfarbe. Mit Hayet feiern wir das Ende des Ramadan.
Die „Geschichten von anderswo“ erzählen von Kindern in fernen Ländern. Wir erfahren, wie Naoki in Japan für seine Prüfung lernt, während Leandro in Brasilien am Straßenrand Maiskuchen verkauft. Wir gehen in einen hinduistischen Tempel und wir feiern das Kirschblüten- und das Zuckerfest.

"Ist das in Afrika?"

“Ist das in Afrika?”

Nach jeder Geschichte werden Fragen zum Text gestellt. Während die Kinder mit Ausmalbildern und Bastelarbeiten beschäftigt sind, liefern „Redeanlässe“ Impulse, um das gerade Gehörte zu vertiefen. So kann das Kind Vergleiche zu seinem eigenen Leben ziehen. Da wir uns in letzter Zeit viel mit der Situation in Afghanistan beschäftigt hatten, kamen die Geschichten aus Kenia und Brasilien besonders gut an. Die Tatsache, dass nicht jedes Kind automatisch zur Schule gehen kann, hat meine Kinder extrem schockiert. Da konnte selbst die Aussicht auf einen sehr langen Schulweg nicht mithalten – lieber lange zu Fuß gehen müssen, als nicht zur Schule gehen dürfen.

"Darf ich das Buch in deinem Arbeitszimmer lesen?"

“Darf ich das Buch in deinem Arbeitszimmer lesen?”

Die Geschichten greifen typische Klischees aus den jeweiligen Ländern auf. Das könnte man anprangern, aber für diesen Zweck ist es sinnvoll. Es geht darum, den Kindern ein Gefühl dafür zu vermitteln, dass es woanders eben anders aussieht (und dass es deswegen nicht unbedingt schlechter ist) – und dass die Kinder doch überall irgendwie gleich sind.
Ich höre jetzt öfter Fragen wie „Müssen die Kinder in Afrika auch ins Bett?“, „Essen die Japaner Sushi zum Frühstück?“ – die Geschichten haben also offenbar einen Nerv getroffen.

Mehr über die Autorin und ihre weiteren Bücher erfahrt Ihr hier, dort findet Ihr auch eine Leseprobe.